Offenlegung von Gehältern in kommunalen Unternehmen

07.02.18 11:28

Chefgehälter: Sparkassen besonders intransparent

Von Ariane Mohl

Nur wenige kommunale Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern legen die Gehälter ihrer Chefs offen. Der Grund: Das Transparenzgesetz des Landes lässt etliche Ausnahmen zu, Kommunen als Trägern der Sparkassen sind die Hände gebunden.

Viele kommunale Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern machen aus der Vergütung ihrer Geschäftsführer und Vorstände ein großes Geheimnis. Wie eine umfangreiche Recherche des Nordkuriers belegt, schweigen sich mehr als zwei Drittel aller öffentlichen Unternehmen über den Verdienst der Chefetage aus.

 

Besonders intransparent scheint es demnach bei den Sparkassen zuzugehen: Gerade mal eine der zehn Sparkassen, die es in Mecklenburg-Vorpommern und der Uckermark gibt, legt das Gehalt ihres Chefs offen. Rund 365.000 Euro pro Jahr nimmt Ulrich Wolff, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Vorpommern, laut Nordkurier mit nach Hause. Zum Vergleich: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bringt es auf ein Jahresgehalt von „nur“ 315.000 Euro. Landesweit auch unter den Spitzenverdienern: Frank Benischke, Geschäftsführer der Neubrandenburger Wohnungsgesellschaft Neuwoges, der mit einem Jahresgehalt von 240.800 Euro mehr als doppelt so viel verdient wie der Rostocker Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos).

 

Zwar gibt es in Mecklenburg-Vorpommern ein Transparenzgesetz. Dieses lässt kommunalen Unternehmen jedoch laut Nordkurier eine ganze Reihe von Hintertürchen offen. Bei den Sparkassen komme das Problem hinzu, dass die Kommunen als Träger keinerlei rechtliche Handhabe haben, die Institute dazu zu zwingen, die Managergehälter offenzulegen.

 

Auch zwei Studien der Zeppelin Universität Friedrichshafen kamen im vergangenen Jahr zum Ergebnis, dass kommunale Unternehmen sich bei der Vergütung ihrer Top-Managern weitgehend bedeckt halten.

 

a.mohl@derneuekaemmerer.de