Bundesumweltministerin Svenja Schulze und VKU-Präsident Michael Ebling wollen die Hersteller von Einwegverpackungen stärker zur Kasse bitten.

BMU/Sascha Hilgers

25.08.20
Beteiligungsmanagement

Entsorgung von Einwegplastik kostet jährlich 700 Millionen Euro

Die kommunale Entsorgung von Einweglebensmittelverpackungen aus Kunststoff und Zigarettenkippen kostet den Gebührenzahler 700 Millionen Euro pro Jahr, zeigt eine aktuelle Studie. Diese Summe sollen zukünftig die Verpackungshersteller zahlen.

Rund 700 Millionen Euro für die Beseitigung von Einwegplastik und Zigarettenkippen belasten jährlich die kommunalen Haushalte. Dies geht aus einer Studie hervor, die das Institut für Abfall, Abwasser und Infrastrukturmanagement (INFA) im Auftrag des Verbands Kommunaler Unternehmen (VKU) erstellt hat. Die Studie steht im Kontext der Umsetzung einer neuen EU-Vorgabe. Die EU-Kunststoffrichtlinie zielt darauf ab, die Hersteller von Einwegkunststoffartikeln an deren Entsorgung finanziell zu beteiligen.  

Allein die Entsorgung von Einweggetränkebechern kostet laut Studie die Kommunen beziehungsweise die Gebührenzahler jährlich 120 Millionen Euro. Die Erfassung von Zigarettenkippen schlägt mit 225 Millionen Euro zu Buche. Die insgesamt rund 700 Millionen Euro entsprechen 8,30 Euro pro Person. Jährlich fallen 140 Liter Straßenmüll pro Person in Deutschland an. Davon gehören 40 Prozent in die Kategorie der Kunststoffe und Verpackungen. Rund 20 Prozent entsprechen den Einweglebensmittelverpackungen aus Kunststoff und Zigarettenkippen.

Zukünftig wolle man zu einer anderen Kostenverteilung kommen, sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Berlin. Das Ziel sei, die „Bürger zu entlasten und die Einwegverpackungshersteller stärker zur Kasse zu bitten“. Zudem sollten „Parks und Straßen sauberer werden“. Dafür brauche es „leistungsfähige Kommunen und kommunale Entsorger“. Gemeinsam mit VKU-Präsident Michael Ebling, Oberbürgermeister aus Mainz, stellte sie die Ergebnisse der Studie vor.

Verpackungshersteller sollen für Entsorgung zahlen

Wie genau die Verpackungshersteller für die Entsorgung bezahlen müssten und wie genau dieses Geld dann unter den Kommunen aufgeteilt werde, sei noch gesetzlich auszuarbeiten, so Schulze. Die Bürger dürfen allerdings auf eine höhere Gebührenstabilität hoffen, so Ebling. Sicher würden nicht überall Gebühren reduziert, schätzt der VKU-Präsident. Er rät dazu, die Mittel der Verpackungshersteller dazu einzusetzen, in die Sauberkeit vor Ort zu investieren, beispielsweise in neue Kehrmaschinen oder die Infrastruktur an Mülleimern im Stadtraum.
 

Darüber hinaus regt Ebling an, das Reglement zu erweitern. Bei weitem seien „noch nicht alle Einzelverpackungen adressiert“. Etwa seien Pizzakartons aus Pappe, Kaugummis oder Aluschüsseln nicht von der EU-Richtlinie und entsprechend auch nicht von der Studie erfasst. Aus Sicht der Kommunen beziehungsweise ihrer Unternehmen sei es wünschenswert, auch solche Aspekte einzubeziehen.

a.erb(*)derneuekaemmerer(.)de

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