Für Darmstadts Kämmerer André Schellenberg ist es eine „Frage der sozialen Fairness“, dass sich auch die Hersteller von Einwegverpackungen an den Kosten für die Entsorgung beteiligen.

Stadt Darmstadt / Helmut Hahn

27.08.20
Beteiligungsmanagement

Kämmerer Schellenberg für Herstellerverantwortung

Die EU möchte, dass die Hersteller von Einwegplastik zukünftig für dessen Entsorgung zahlen. Für Darmstadts Kämmerer André Schellenberg ist dies eine „Frage der sozialen Fairness“.

„Es ist eine Frage der sozialen Fairness, dass sich die Hersteller dieser Produkte künftig an den Entsorgungskosten beteiligen und die Kommunen – sprich die Bürger – dafür nicht alleine aufkommen lassen.“ So bewertet André Schellenberg, Kämmerer aus Darmstadt, die Ergebnisse einer Studie des Verbands Kommunaler Unternehmen (VKU).

 

 

Kommunen zahlen 700 Millionen Euro

In seiner Studie hatte der Verband dargelegt, dass die Entsorgung von Einwegkunststoffartikeln und Zigarettenkippen die deutschen Kommunen jährlich mit 700 Millionen Euro belastet. Die Studie steht im Kontext der EU-Kunststoffrichtlinie. Der Richtlinie zufolge sollen zukünftig die Hersteller entsprechender Verpackungen für deren Entsorgung aufkommen. Mit seiner Studie möchte der VKU eine kalkulatorische Grundlage für den nun folgenden Gesetzgebungsprozess schaffen.  

Die Stadt Darmstadt war eine von 20 Modellkommunen, anhand derer die Studie erarbeitet wurde. Dort wurde ermittelt, wie hoch der Anteil von Einwegkunststoffen und -verpackungen im Abfall ist, der sich in Papierkörben, im Straßenkehricht und in Sinkkästen ansammelt. Die Analyse gilt repräsentativ für ganz Deutschland.


„Die Auswertung hat ergeben, dass Einwegkunststoffartikel etwa 20 Prozent vom Volumen aller Papierkorbabfälle und des Streumülls ausmachen. Davon entfallen wiederum rund 90 Prozent auf Zigarettenstummel, To-go-Becher und Take-away-Essensverpackungen“, fasst Kämmerer Schellenberg zusammen. Die Kosten für deren Entsorgung tragen bislang die Kommunen beziehungsweise die Gebührenzahler.

Die EU-Kunststoffrichtlinie schreibt unter anderem ein Verbot von Einwegkunststoffartikeln wie Wattestäbchen, Trinkhalmen, Plastikgeschirr und -besteck ab dem 1. Januar 2021 vor. Darüber hinaus ist vorgesehen, dass die Hersteller von Einwegkunststoffartikeln wie Lebensmittelverpackungen, Tüten, Getränkebechern, Feuchttüchern, Luftballons und Zigarettenkippen die Kosten für die Entsorgung künftig mittragen.

a.erb(*)derneuekaemmerer(.)de

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