Pflege-Fördergelder bleiben ungenutzt

30.07.18 09:46

Krankenhäuser rufen Fördermittel nur zur Hälfte ab

Von Anne-Kathrin Meves

Fördergelder zur Verbesserung der Pflege werden von den Kliniken nur etwa zu 50 Prozent genutzt. Kommunale Kliniken rufen die Mittel häufiger ab als Häuser in freigemeinnütziger Trägerschaft sowie private Wettbewerber, zeigt ein aktueller Bericht des GKV-Spitzenverbandes.

Krankenhäuser in Deutschland schöpfen nur etwa die Hälfte der zur Verfügung stehenden Fördermittel zur Verbesserung der Pflege aus. Das geht aus dem aktuellen Bericht des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) an das Bundesministerium für Gesundheit hervor. Untersucht wurde das Pflegestellen-Förderprogramm für die Jahre 2016 und 2017. Demnach hätten Kliniken in den vergangenen beiden Jahren Fördermittel in Höhe von rund 300 Millionen Euro abrufen können, tatsächlich nutzten sie jedoch nur 157 Millionen Euro.

 

Mit dem auf drei Jahre ausgelegten Programm lassen sich laut Bericht bis zu 0,15 Prozent des Krankenhausbudgets für die Neueinstellung oder Aufstockung vorhandener Stellen von Krankenschwestern und Pflegern vereinbaren. Dabei werden 90 Prozent der Personalkosten gefördert, die restlichen 10 Prozent müssen die jeweiligen Krankenhäuser selbst aufbringen.

Mehrheit der kommunalen Kliniken nutzt Förderung

Auffallend ist, dass Krankenhäuser verschiedener Träger die zur Verfügung stehenden Fördergelder unterschiedlich stark nachfragen. Während 63 Prozent der kommunalen Krankenhäuser und 58 Prozent der freigemeinnützigen Kliniken 2017 eine Förderung in Anspruch nahmen, nutzten diese nur 35 Prozent der privaten Krankenhäuser. Bei den Gründen für diese Unterschiede bleibt der Bericht jedoch vage.

 

Die Autoren gehen davon aus, dass entweder kein Bedarf für weiteres Personal bestand oder schlicht die Voraussetzungen zur Teilnahme am Programm nicht erfüllt waren. Außerdem geben sie zu bedenken, dass der „endgültige Nachweis“ über die tatsächliche Schaffung neuer Stellen erst mit Wirtschaftsprüfertestaten erbracht werden kann, die jedoch in der Regel erst mit „zweijährigem Versatz“ erfolgen würden.

 

ak.meves@derneuekaemmerer.de