Verdacht auf überhöhte Preise für die Grundversorgung

28.05.18 15:05

Niedersachsen: Kartellbehörde ermittelt gegen Versorger

Von Sarah Nitsche

Mehrere Versorger – darunter einige kommunale Stadtwerke - sind in das Visier der niedersächsischen Landeskartellbehörde geraten. Sie sollen überhöhte Preise von ihren Strom- und Gaskunden für die Grundversorgung verlangt haben.

Die niedersächsische Landeskartellbehörde hat ein Ermittlungsverfahren gegen mehrere Strom- und Gasversorger eingeleitet. Zuvor hatte die Behörde die Preise für die Grundversorgung für die Jahre 2015 bis Ende 2017 verglichen. Das Ergebnis: Jeweils fünf Gas- und Stromversorger sollen „missbräuchlich überhöhte Preise“ von ihren Kunden verlangt haben.

 

Bei betroffenen Stromversorgern handelt es sich nach Auskunft der Behörde um die GEW Wilhelmshaven, die Stadtwerke Bad Harzburg, die Stadtwerke Springe sowie die SVO Vertrieb GmbH (außerhalb Celle). Im Bereich der Gasversorgung sind die Stadtwerke Emden, die Stadtwerke Schneverdingen-Neuenkirchen, die Stadtwerke Stade sowie das Teutoburger Energie Netzwerk betroffen. Hinzu kommt der Innogy-Konzern, der mit seiner Vertriebssparte in beiden Segmenten aufgeführt wird.

Energieversorger sollen Transparenz schaffen

Die genannten Versorger seien im Rahmen von Kartellverwaltungsverfahren aufgefordert worden, Rechtfertigungsgründe für die auffälligen Preise vorzutragen und die Strukturdaten für ihre Versorgungsgebiete zu übermitteln, teilte die Landeskartellbehörde mit.

 

Ursprünglich von dem Verdacht betroffen war auch die Eon Vertrieb Deutschland GmbH. Da das Unternehmen sich aber bereits dazu verpflichtet habe, seine Preise zu senken, hat die Landeskartellbehörde das Verfahren in diesem Fall bereits eingestellt.

 

Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) lobte die Arbeit der Kartellbehörde, die in seinem Ministerium angesiedelt ist: „Die Kontrolle der Grundversorgungstarife kommt vielen Bürgern Niedersachsens zugute, die auf eine Grundversorgung angewiesen sind, weil sie nicht zu einem Sondertarif gewechselt haben. Ich möchte die Untersuchung aber auch zum Anlass nehmen, ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass Verbraucher viel Geld sparen können, wenn sie aus der Grundversorgung zu einem sogenannten Sondertarif wechseln.“

 

s.nitsche@derneuekaemmerer.de