Die Stadt Dortmund will den Anteil am Versorger RWE hochfahren und den eingeschlagenen Kurs so unterstützen.

RWE

08.01.20
Beteiligungsmanagement

Stadt Dortmund will RWE-Anteil aufstocken

Dortmund hat angekündigt, bis zu 1,3 Millionen weitere Aktien des RWE-Konzerns zu kaufen. Ein Grund hierfür sind die üppigen Dividendenzahlungen des Versorgers, die der Stadt zweistellige Millionenbeträge einbringen könnten.

Die Stadt Dortmund baut ihr Engagement beim Energieversorger RWE aus. Wie ein Sprecher der Dortmunder Stadtwerke gegenüber dem DNK bestätigte, will die Kommune in den kommenden fünf Jahren bis zu 1,3 Millionen Aktien der Essener aufkaufen. 

Geschehen soll dies über das Investmentvehikel KEB Holding. Der Verkehrswert eines Aktienpakets in dieser Größenordnung beläuft sich derzeit auf etwas mehr als 33 Millionen Euro. Aktuell besitzen die Dortmunder Stadtwerke, die unter dem Kürzel DSW21 firmieren, 23,6 Millionen RWE-Aktien, was einem Anteil von 3,8 Prozent am RWE-Konzern entspricht. 

Ein Grund für den Ausbau des Investments soll die Dividendenpolitik sein: Laut aktuellen Planungen will RWE 80 Cent je Aktie ausschütten, wodurch DSW21 allein in diesem Jahr fast 19 Millionen Euro an Dividende einstreichen könnte. Mit dem Geld wolle DSW21 „Verluste im ökologischen und nachhaltigen Bereich Nahverkehr weiterhin mit ausgleichen“, heißt es in einem Statement.

RWE: Dortmund will weiter zukaufen

Insgesamt hat die KEB Holding ihren Anteil an RWE zuletzt von 6,2 auf 4,8 Prozent reduziert. Denn das Investmentvehikel gehört nur zu etwas mehr als 60 Prozent den Dortmunder Stadtwerken. Die anderen Anteile halten weitere kommunale Unternehmen wie der Regionalverkehr-Ruhr-Lippe, der Hochsauerlandkreis und der Landschaftsverband Westfalen Lippe. Letzterer hat sich zum 1. Januar 2020 von einem Teil seiner Aktien getrennt, weshalb sich der KEB-Anteil an RWE reduziert hat. 

RWE setzt nach Innogy-Verkauf auf erneuerbare Energien.

Den Plänen der Stadt Dortmund tut das allerdings keinen Abbruch: Mit dem nun angekündigten Zukauf wird Dortmund mit der KEB Holding mittelfristig wieder über die 5-Prozent-Schwelle springen, sagte der DSW21-Sprecher.

Denn der RWE-Konzern, der lange auch die Städte Düsseldorf und Bochum zu seinen Aktionären zählte, sortiert sich nach der Zerschlagung der Tochter Innogy derzeit neu. Die Essener haben die erst 2016 abgespaltene Tochter Innogy im Herbst 2019 an den Konkurrenten Eon verkauft. Im Zuge der Transaktion sicherte sich der traditionelle Kohlekonzern RWE alle wesentlichen Ökostromaktivitäten von Eon und Innogy und ist laut eigenen Angaben nun der drittgrößte Grünstromproduzent Europas.

Ein Kerngeschäftsfeld der „neuen RWE“ sollen die erneuerbaren Energien sein, argumentiert ein Sprecher der Dortmunder Stadtwerke daher. Den eingeschlagenen Weg wolle man als Großaktionär unterstützen.

j.eich(*)derneuekaemmerer(.)de