Haben die Gründung der Sachsen Energie verkündet: der Dresdner OBM Dirk Hilbert mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden der KBO, Mike Ruckh, sowie Frank Brinkmann, Vorstandsvorsitzender Enso und Sprecher der Geschäftsführung Drewag (v.l.).

DREWAG AG

19.10.20
Beteiligungsmanagement

Größter kommunaler Versorger Ostdeutschlands entsteht

Die regionalen Versorger Enso und Drewag schließen sich zusammen und werden zur Sachsen Energie. Das neue Stadtwerk soll über 2 Milliarden Euro in die Infrastruktur Sachsens investieren.

Die regionalen Versorgungsunternehmen Enso AG und Drewag GmbH fusionieren zur Sachsen Energie AG. Damit „wird eines der größten kommunalen Stadt-Land-Werke in Deutschland geschaffen“, teilt die Stadt Dresden mit. Die Geschäftsgebiete des fusionierten Versorgers sind Energieerzeugung, Verteilung und Vertrieb, Wärme, Wasserversorgung sowie Glasfaser/Breitband.

Der formale Beschluss für die Fusion der Stadtwerke steht allerdings noch aus: Im Stadtrat solle die Entscheidung am 10. November behandelt werden, so die Stadt Dresden. Formal beschlossen werden müsse die Fusion auch noch in einer Hauptversammlung am 18. Dezember, teilen Drewag und Enso mit.

Der neue kommunale Versorger soll in den nächsten zehn Jahren über 2 Milliarden Euro in die Infrastruktur von Sachsen investieren, heißt es weiter vom Energieversorger Drewag. Sachsen Energie wird künftig für das Stadtgebiet der Landeshauptstadt sowie die Regionalbereiche in den Landkreisen Meißen, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Bautzen und Görlitz zuständig sein. In der Region wohnen insgesamt rund 1,5 Millionen Bürger. 

169 Kommunen sind Aktionäre

Mit über 3.300 Mitarbeitern und einem jährlichen Umsatz von rund 2,8 Milliarden Euro sowie einer Bilanzsumme von 2,5 Milliarden Euro werde der kommunale Versorger mit dem Zusammenschluss zum größten Stadtwerk in Ostdeutschland. „Die Fusion generiert rund 30 Millionen Euro Ertragssteigerung pro Jahr für die Anteilseigner“, heißt es weiter seitens der Drewag.

Die Aktionäre der Sachsen Energie sind demnach insgesamt 169 sächsische Kommunen. Dresden ist mit 82,3 Prozent Hauptanteilseigner. Die Kommunale Beteiligung Gesellschaft mbH an der Energie Sachsen Ost (KBO), der 147 Gesellschafter und fünf Treugeber angehören, hält 16,3 Prozent. Hinzu kommen 16 kommunale Einzelaktionäre mit insgesamt 1,4 Prozent.

Intensive Verhandlungen mit der KBO

Bisher ist die Stadt Dresden bereits Hauptanteilseigner der Technischen Werke Dresden (TWD) und damit der Drewag als städtischer Anbieter für Strom, Wasser und Fernwärme. Seit 2010 hält die Landeshauptstadt zusätzlich die Hauptanteile an dem Regionalversorger Enso. Die KBO hält daran allerdings auch 25,49 Prozent, ihr Ergebnis wurde bisher maßgeblich von den Beteiligungserträgen aus der Dividende von Enso bestimmt.

„Wir haben in den vergangenen Monaten intensiv mit der KBO verhandelt, um ein faires und zukunftsfähiges Ergebnis für die Stadt und die Region zu erzielen“, erklärt Oberbürgermeister Dirk Hilbert. Das Ergebnis: „Die KBO erhält künftig keine Dividendenzahlungen mehr.“ Stattdessen werde eine feste Ausgleichszahlung festgelegt; in den ersten zehn Jahren in Höhe von jährlich 11,29 Millionen Euro und danach 7,66 Millionen Euro pro Jahr.

a.jarchau(*)derneuekaemmerer(.)de

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