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17.01.19
Beteiligungsmanagement

Stadtwerke: Kooperationen als Erfolgsfaktor

Die Chefs neugegründeter Stadtwerke beurteilen Kooperationen als wichtigen Erfolgsfaktor. Beim Thema Digitalisierung sind sie jedoch weit zurückhaltender als es die Autoren der Studie über die Erfolgspotentiale neugegründeter Stadtwerke erwartet hätten.

Seit 2005 wurden insgesamt 152 Stadtwerke in Deutschland neu gegründet. Im Rahmen einer Studie hat das Wuppertal Institut zusammen mit dem energiewirtschaftlichen Beratungsunternehmen Bluberries die vier Erfolgsfaktoren Kooperationen, Digitalisierung, Resilienz und Soziale Verantwortung untersucht. Neben der Analyse der Erfolgsfaktoren stellen die Studienautoren heraus, dass für kommunale Stadtwerke ihr Wertbeitrag und Nutzen, Public Value genannt, einen ähnlich hohen Stellenwert hat wie klassische Erfolgsmaße.

Die „Explorative Untersuchung zu Erfolgspotentialen bei neugegründeten Stadtwerken“ basiert auf Vorstudien des Wuppertal Instituts zum Themenbereich Rekommunalisierung und Stadtwerkeneugründungen. Zusätzlich nahmen elf Geschäftsführer neugegründeter Stadtwerke an einer Online-Erhebung teil, in der sie die Erfolgsfaktoren beurteilt haben. Insgesamt schrieben die Forscher 122 operativ tätige Stadtwerke an, die seit 2005 neu gegründet worden sind.

Erfolgsfaktor Kooperation bei Neugründungen

Bestätigt hat sich dabei die Annahme der Forscher, dass Kooperationen ein wesentlicher Erfolgsfaktor für neugegründete Stadtwerke sind. Bereits in zwei vorangegangenen Untersuchungen hat das Wuppertal Institut herausgefunden, dass Neugründungen von Stadtwerken hauptsächlich in Städten mit weniger als 25.000 Einwohnern stattfinden. Daher spielen Kooperationen wie kommunale Gemeinschaftswerke, Kooperationsprojekte und auch strategische Partnerschaften eine große Rolle, um beispielsweise fehlendes Personal, Know-how oder ein ungünstiges Kosten-Nutzen-Verhältnis auszugleichen.

Überrascht hat die Studienautoren jedoch, dass die Digitalisierung offenbar nur eine untergeordnete Rolle für die Stadtwerkechefs spielt. So setzen neugegründete Stadtwerke wenig auf den Einsatz digitaler Technologien. Allerdings gaben mehrere Befragte an, dass sie künftig in dem Bereich investieren wollen. So plant mehr als ein Drittel der Teilnehmer in die Digitalisierung des öffentlichen Verteilnetzes zu investieren. Zwei Drittel wollen demnach Möglichkeiten zur Regelung und Steuerung von Lastvermeidung und Lastverschiebung beim Kunden schaffen. Immerhin die Hälfte der Stadtwerkechefs plane Speicherkapazitäten bereitzustellen sowie virtuelle Kraftwerke zu betreiben.

ak.meves(*)derneuekaemmerer(.)de

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