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18.06.19
Beteiligungsmanagement

Stadtwerke: Synergien mit Wohnungswirtschaft und IT

Die Stadtwerke stellen sich den Herausforderungen, die durch die Digitalisierung an sie gestellt werden. Dadurch verschmelzen bislang branchenfremde Dienstleistungen immer mehr mit dem klassischen Kerngeschäft, zeigt die Stadtwerkestudie 2019.

Die traditionellen Geschäftsfelder der Energieversorger verschmelzen zunehmend mit anderen Branchen. Das führt auch zu einem Erschließen neuer Geschäftsfelder seitens der Stadtwerke. Diese fortschreitende Sektorenkonvergenz ist eines der zentralen Ergebnisse der aktuellen Stadtwerkestudie des Beratungsunternehmens EY und des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).

Für die Studie haben EY und der BDEW Geschäftsführer und Vorstände von insgesamt 172 Unternehmen unterschiedlicher Größe und Struktur in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt.

Laut Studienergebnis engagieren sich immer mehr „bislang branchenfremde Unternehmen“ in Geschäftsfeldern der kommunalen Energieversorger und fordern damit die Stadtwerke heraus. Die Ergebnisse der Studie zeigten aber auch, dass die Energiewirtschaft diese Herausforderungen annimmt. Sie ist vielfach über Kooperationen und Partnerschaften mit anderen Sektoren verbunden. Beispiele hierfür sind der Studie zufolge etwa die Übernahme der Nebenkostenabrechnung für Mietwohnungen, der Verkauf von Smart-Home-Produkten oder auch die Bereitstellung von Telekommunikationsdienstleistungen.

Der Aufbau neuer Geschäftsfelder wird dementsprechend seitens der befragten Vorstände als eine der Hauptherausforderungen in den kommenden zwei bis drei Jahren eingeschätzt. 60 Prozent werden sich mit dieser Aufgabe „stark oder sehr stark“ auseinandersetzen. Dabei spielt die Digitalisierung eine Hauptrolle. 89 Prozent stufen sie als Haupttreiber für Veränderungen der Geschäftsmodelle in der Energiewirtschaft ein.

Wettbewerbsvorteil durch kommunale Verzahnung

74 Prozent der Befragten geben ihre enge kommunale Verzahnung als Wettbewerbsvorteil an. Das größte Synergiepotenzial sehen sie daher in Verbindung mit der Wohnungswirtschaft, die ebenfalls häufig regional verankert ist. Darüber hinaus bietet die Wohnungswirtschaft einen Absatzmarkt für die drei Geschäftsfelder dezentrale Stromerzeugung, Smart Metering und Elektromobilität. Weitere hohe Synergiepotenziale schreiben die Studienteilnehmer dem Technologie- und dem IT-Sektor zu.

Was die Zukunftsaussichten angeht, sind die befragten Energiemanager optimistisch. Drei von vier sind mit den Geschäftsergebnissen 2018 „zufrieden oder sehr zufrieden“. Gegenüber dem Vorjahr haben sich die Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr laut den Studienautoren sogar noch etwas verbessert: 71 Prozent der Befragten erwarten „gute oder sehr gute“ Geschäfte. Das seien 11 Prozentpunkte mehr im Vergleich mit der Vorjahresstudie.

ak.meves(*)derneuekaemmerer(.)de

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