19.01.18
Beteiligungsmanagement

Thüringen: Landesweiter Verkehrsverbund sorgt für Kritik

Die Thüringer Landesregierung möchte den Verkehrsverbund Mittelthüringen zu einem landesweiten Verkehrsverbund ausbauen. Bei den Kommunen stößt dieser Plan auf Widerstand. Grund sind Unstimmigkeiten über die Frage nach der Verantwortlichkeit und Ausführung.

Die Pläne der Thüringer Landesregierung, den Verkehrsverbund Mittelthüringen (VMT) zu einem landesweiten Verkehrsverbund zu erweitern, sorgt auf kommunaler Ebene für Ärger.

 

Der öffentliche Nahverkehr sei Aufgabe der Landkreise und kreisfreien Städte und müsse daher auch künftig von diesen koordiniert werden, sagte der Thüringischer Landkreistag dem MDR. Insbesondere die Festlegung der Ticketpreise müsse auch weiterhin in der Verantwortung der Kommunen bleiben und nicht auf die Landesregierung und die Verkehrsunternehmen übertragen werden, so der Verband weiter. Nach Einschätzung von Martina Schweinsburg (CDU), die neben ihrer Funktion als Präsidentin des Thüringischen Landkreistages Landrätin von Greiz ist, würde durch die Pläne der Landesregierung ein riesiger Verwaltungsapparat entstehen. „Die Kosten für die Fahrgäste würden explodieren“, sagte sie der Thüringer Allgemeinen.

 

Petra Enders (parteilos), seit Mitte 2012 Landrätin des Ilm-Kreises, wiederum steht den Plänen des Landes nicht grundsätzlich ablehnend gegenüber. Sie macht sich allerdings dafür stark, dass in einem landesweiten Verkehrsverbund nur kommunale Verkehrsunternehmen Mitglied sein dürfen. Private Verkehrsbetriebe sollen nach dem Willen der Landrätin außen vorgelassen werden.

 

Die Schaffung eines Landesverkehrsverbundes ist eines der zentralen Anliegen von Rot-Rot-Grün und wurde als solches Ende 2014 auch im Koalitionsvertrag verankert. Ziel des geplanten Verbundes ist es, dass Fahrgäste mit nur einem Ticket durch den ganzen Freistaat fahren können. Aktuell gehören dem VMT 13 Verkehrsunternehmen an. Das Gebiet des VMT umfasst die Städte Erfurt, Weimar, Jena und Gera sowie die Landkreise Gotha, Weimarer Land und den Saale-Holzland-Kreis.

 

melanie.weber(*)frankfurt-bm(.)com