Steag-Ausschüttungen an Kommunen

05.04.17 13:47

Trotz hoher Verluste: Steag schüttet Millionen an Kommunen aus

Von Ariane Mohl

Der kommunale Energiekonzern Steag steckt tief in den roten Zahlen. Dennoch schüttet er für das Jahr 2016 mehrere Millionen Euro an seine kommunale Eigentümergesellschaft aus. Die Kommunen sollen mithilfe der Ausschüttungen den Kredit bedienen können, den sie für den Kauf der Steag aufgenommen haben.

Trotz eines Verlusts von 220 Millionen Euro schüttet der Essener Energiekonzern Steag für das abgelaufene Geschäftsjahr 55 Millionen Euro an die kommunale Eigentümergesellschaft KSBG aus. Im Geschäftsjahr 2015 waren es noch 80 Millionen Euro. Das Geld soll nach Informationen der Westfalenpost aus Rücklagen einer Tochterfirma der Steag kommen. Damit könnten die kommunalen Anteilseigner auch in diesem Jahr wieder in vollem Umfang ihre durch den Kauf der Steag entstandenen Schuldendienste leisten, heißt es dazu in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Angesichts der schwierigen Marktbedingungen sei das eine „beachtliche Leistung“, sagt der Steag-Aufsichtsratsvorsitzende Guntram Pehlke, der zugleich Chef der Dortmunder Stadtwerke ist.

Steag-Chef stimmt Kommunen auf harte Jahre ein

Trotz der tiefroten Zahlen sieht Pehlke die Steag gut für die Zukunft gerüstet. „Wir wissen, dass noch drei bis vier harte Jahre vor dem Unternehmen liegen. Aber die Anteilseigner setzen auf die positive Perspektive durch den eingeleiteten Transformationsprozess“, sagte er.

 

 

Der Energiekonzern befindet sich in den Händen der Stadtwerke Bochum, Dortmund, Duisburg, Dinslaken, Essen und Oberhausen. Das Unternehmen leidet unter den Auswirkungen der Energiewende: Niedrige Großhandelspreise machen der Steag zu schaffen. Ende 2016 wurde deshalb entschieden, fünf Steinkohle-Kraftwerke vom Netz zu nehmen. Bis zu 1.000 der 6.100 Arbeitsplätze sollen gestrichen werden.

 

a.mohl@derneuekaemmerer.de