01.03.13
Finanzmanagement

Dortmund platziert 120-Millionen-Euro-Schuldschein

Die Stadt Dortmund hat erstmals einen Schuldschein am Kapitalmarkt platziert. Da die Emission bereits nach kurzer Zeit zweifach überzeichnet war, wurde die Platzierungsphase frühzeitig beendet. Das teilte die Stadt am Donnerstag mit.

Ursprünglich wollte Dortmund ein Volumen in Höhe von 100 Millionen Euro emittieren. Aufgrund der großen Nachfrage konnte es jedoch auf 120 Millionen Euro aufgestockt werden. Für Dortmund ist das eine Erfolgsmeldung. Angesichts der hohen Nachfrage stellt sich aber auch die Frage, ob die Konditionen nicht zu konservativ angesetzt worden sind.

 

Aus Sicht der Stadt ist das nicht der Fall. Man sei sehr nahe an den Konditionen klassischer Kommunalkredite geblieben, sagte Pressereferent Michael Meinders gegenüber der DNK-Redaktion. Die Vorteile der Transaktion ließen sich zudem nicht allein in Euro bewerten. Vielmehr habe die Stadt mit der Platzierung gegenüber allen Gläubigern ihre Kreditwürdigkeit unter Beweis stellen können und profitiere daher auch im Umgang mit klassischen Kreditgebern. Anders als viele Kommunen in der Region hat Dortmund bisher immer einen genehmigten Haushalt vorlegen können. Dieses Jahr steht dieser jedoch noch auf der Kippe.

 

Begleitet wurde die Platzierung des Schuldscheins von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Dass die Konditionen zu niedrig angesetzt worden wären, findet man auch hier nicht. “Die vorgegebene Preisspanne, innerhalb der sich die Angebote der Investoren bewegen konnten, orientiert sich an den üblichen Margen für Kommunalkredite“, sagte Daniel Mitental, Kapitalmarktexperte bei der Helaba, gegenüber der DNK-Redaktion. „Der optimale Preis wurde im Rahmen des transparenten Tenderverfahrens umgesetzt.“

 

Im Zuge der Emission wurden drei Teilbeträge mit Laufzeiten von fünf, sieben und zehn Jahren platziert. Längere Laufzeiten wären aus kommunalrechtlicher Sicht unzulässig, weil es sich bei dem Darlehen um Verschuldung zur Liquiditätssicherung und nicht zur Investitionsfinanzierung handelt.

 

Mit einem Volumen von 120 Millionen Euro hätte die Stadt auch eine Anleihe platzieren können. Zurzeit planen beispielsweise die Städte Würzburg und Nürnberg eine gemeinsame Anleihe mit einem Volumen von ebenfalls 100 Millionen Euro (siehe: DNK-Interview in der Februarausgabe, S.10). „Die Idee einer Anleihe finden wir grundsätzlich nicht schlecht“, sagt Meinders. „Wir haben uns aber aufgrund des höheren Aufwands im Falle der Anleihe für ein Schuldscheindarlehen entschieden.“ Die Platzierung von Anleihen ist aufwendiger, weil aufgrund der Börsennotierung umfangreiches Informationsmaterial zusammengestellt werden muss.

 

Nach der erfolgreichen Platzierung hat die Stadt Dortmund schon weitere Pläne. Sofern der Stadtrat seine Zustimmung erteilt, soll Ende dieses Jahres eine weitere Emission erfolgen. Das Volumen ist jedoch noch offen. Neben Dortmund setzt inzwischen auch die Stadt Bochum auf ein Schuldscheindarlehen. Hier befindet man sich momentan noch in der Zeichnungsphase.