Dortmund bei Nacht: Die kommunale Tochter DSW21 hat einen digitalen Schuldschein ohne Arrangeur platziert.

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31.03.20
Finanzmanagement

Dortmunder Stadtwerke platzieren digitalen Schuldschein

Die Dortmunder Stadtwerke haben über einen Schuldschein 50 Millionen Euro komplett digital eingesammelt. Folgen aufgrund der Corona-Pandemie bald weitere Online-Finanzierungen von Kommunen und ihren Töchtern?

Die Dortmunder Stadtwerke (DSW21) haben ein Schuldscheindarlehen über 50 Millionen Euro erfolgreich platziert. Wie der Infrastrukturkonzern mitteilt, wurde das Papier über die Plattform Finpair und ohne Arrangeur platziert. Neben den Bestandsbanken seien dadurch neue Investoren  angesprochen worden. Der Schuldschein wurde am unteren Ende des Reoffer-Spreads platziert.

DSW21-Finanzvorstand Jörg Jacoby zeigt sich zufrieden mit dem Ablauf der digitalen Transaktion: „Wir haben uns über die rege Investorenkommunikation auf der Plattform gefreut.“ Diana Bergau, stellvertretende Leiterin Finanzen bei den Stadtwerken, lobte die gute Übersicht: „Wir konnten zu jeder Zeit den aktuellen Stand der Transaktion sehen. Das dient der Transparenz." Die Mittel aus dem Schuldschein will DSW21 nun für Investitionen im Land Nordrhein-Westfalen verwenden, um die Infrastruktur weiter zu stärken.

Finpair hat weitere Schuldscheine in der Pipeline

Spannend wird in den kommenden Wochen zu beobachten, ob noch weitere kommunale Unternehmen dem Dortmunder Beispiel folgen und digitale Finanzierungen durchführen. Durch die vom Coronavirus verursachten Turbulenzen und Einschränkungen sind klassische Ausschreibungen derzeit schwieriger durchzuführen, Online-Plattformen wie Finpair, Loanboox, Komuno oder Capveriant wittern daher ihre Chance, einen Fuß in die Tür bei kommunalen Kunden zu bekommen.

Finpair zeigt sich in jedem Fall selbstbewusst: Weitere Mandate seien angeschlossen und folgten „kurzfristig“, heißt es in der Mitteilung. Darunter sind auch kommunale Unternehmen und Kommunen, wie eine Finpair-Sprecherin auf DNK-Nachfrage antwortete. Aufgrund Corona müsse man schauen, wann die Vermarktung beginnen könne. „Eine Transaktion ist in jedem Fall für den Mai angedacht“, so die Sprecherin.

j.eich(*)derneuekaemmerer(.)de

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