Kommunale Geldanlage

09.03.16 11:22

Kommunale Geldanlagen zukünftig ungeschützt?

Von Katharina Schlüter

Nach der Insolvenz der Maple Bank diskutieren die Privatbanken über eine Reform des Einlagensicherungsschutzes. Im Fokus stehen dabei offenbar insbesondere die kommunalen Kunden.

Privatbanken diskutieren darüber, die Einlagen institutioneller Kunden nicht mehr unbegrenzt zu schützen, betroffen sind insbesondere auch Einlagen kommunaler Kunden. Dies berichtete die Börsenzeitung am Mittwoch. 

 

So habe der Bundesverband deutscher Banken (BdB) einen Ausschuss beauftragt, welcher Reformvorschläge für die freiwillige Einlagensicherung erarbeiten soll. Anlass der aktuellen Diskussionen ist die Insolvenz der Frankfurter Maple Bank. Der Sicherungsfonds wird hier nach Informationen der Börsenzeitung für Einlagen in Höhe von bis zu 2,6 Milliarden Euro haften. Der Fonds scheint dies abdecken zu können, bei mehrere Fälle in einer vergleichbaren Größenordnung könnte er offenbar an seine Grenzen stoßen.

 

Ein BdB-Sprecher bezeichnet die Berichterstattung der Börsenzeitung als „reine Spekulation“. Nach jedem Insolvenzfall würden Gründe, Ursachen und Auswirkungen diskutiert, so auch im aktuellen Fall der Maple Bank. Inwieweit aber Konsequenzen gezogen würden, sei derzeit vollkommen offen.

Kommunen als professionelle Anleger?

Laut Börsenzeitung wird im BdB dabei insbesondere über die Schutzbedürftigkeit von kommunalen Anlegern diskutiert. Aus Sicht des BdB seien Kommunen als professionelle Anleger einzustufen, welche nicht des umfassenden Schutzes bedürften. Wie die Börsenzeitung weiter berichtet, beobachtet der BdB bei dieser Kundengruppe zunehmend eine „Einlagensicherungsarbitrage“: Kommunen würden ihre Gelder zu vorteilhaften Konditionen bei schwächeren Banken anlegen und dabei genau bis an das Sicherungslimit gehen. Der BdB wollte diese Punkte nicht kommentieren.

 

k.schlueter@derneuekaemmerer.de