Getty Images / Thinkstock / Marian Vejcik

Im Vergleich zu Bund und Ländern legen Kommunen ihr Geld lieber kurzfristig an.

Statistisches Bundesamt zum öffentlichen Finanzvermögen

19.10.16 10:10

Kommunales Finanzvermögen steigt deutlich

Von Katharina Schlüter

Das kommunale Finanzvermögen ist 2015 deutlich stärker gestiegen als das von Bund und Ländern. Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen auch, dass die Kommunen im Vergleich zu Bund und Ländern nur einen kleinen Teil ihres Vermögens in Wertpapiere investieren. Auffällig auch: Baden-Württembergische Kommunen investieren ihr Geld deutlich langfristiger als beispielsweise hessische Kommunen.

Das kommunale Finanzvermögen ist 2015 um 10,3 Prozent auf 75,7 Milliarden Euro gestiegen. Bereinigt um einen statistischen Effekt betrug der Zuwachs 7,2 Prozent. Damit entwickelt sich das Finanzvermögen der Kommunen deutlich besser als das der anderen föderalen Ebenen: So stieg das Finanzvermögen des Bundes um vergleichsweise geringe 3,7 Prozent, auf Landesebene ging das Finanzvermögen mit - 0,9 Prozent sogar leicht zurück. Dies teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mit.

 

Der mit 43 Milliarden Euro größte Anteil des kommunalen Finanzvermögens ist dabei kurzfristig in Bargeld, Sichteinlagen oder sonstige Einlagen angelegt. Nur einen kleinen Teil ihres Vermögens – 6,5 Milliarden Euro bzw. 9 Prozent – legen Kommunen dagegen in Wertpapieren wie z.B. Kapitalmarktpapieren mit einer Laufzeit über einem Jahr an.

Wie investieren die Kommunen?

Das Geldanlageverhalten der Kommunen unterscheidet sich dabei zwischen den Bundesländern deutlich. So investierten insbesondere baden-württembergische und sächsische Kommune mit 19 bzw. 14 Prozent einen vergleichsweise großen Anteil ihres Finanzvermögens in Wertpapiere. Bayerische und nordrhein-westfälische Kommunen bewegen sich mit 7 Prozent leicht unter dem Durchschnitt. Besonders kurzfristig investieren Kommunen aus Mecklenburg-Vorpommern (0 Prozent), Niedersachsen und Schleswig-Holstein (jeweils 1 Prozent) sowie Hessen, dem Saarland und Thüringen (jeweils 2 Prozent) ihr Finanzvermögen.

 

Im Vergleich zu den Kommunen setzt insbesondere der Bund auf langfristige Anlagen: Rund 44 Prozent seines Finanzvermögens investiert der Bund in Wertpapiere. Doch auch die Länder investieren mit rund 24 Prozent Wertpapieranteil ihr Finanzvermögen deutlich langfristiger als die Kommunen.

 

k.schlueter@derneuekaemmerer.de