Kommunen erobern Kapitalmarkt

12.07.16 11:34

Stadt Bielefeld platziert Schuldschein

Von Katharina Schlüter

Die Stadt Bielefeld hat einen Schuldschein mit einem Volumen von gut 106 Millionen Euro platziert. Mit dem Geld soll eine Stadttochter eine umfangreiche Akquisition finanzieren.

Die Stadt Bielefeld zapft erneut den Kapitalmarkt an: 106,5 Millionen Euro sichert sich die NRW-Stadt über ein Schuldscheindarlehen. Die Platzierung erfolgte in vier Tranchen mit Laufzeiten von fünf, sieben, zehn und 15 Jahren.

 

Mit dem frischen Geld will die Stadt eine umfangreiche Übernahmetransaktion durch einer Stadttochter finanzieren. Das Darlehen kommt also nicht der Stadt selbst, sondern dem städtischen Konzern zugute.

 

Wie die Joachim Berens, Leiter des Amts Finanzen und Beteiligen, gegenüber DNK erläuterte, handelt es sich bei der Transaktion um den Erwerb der Interargem GmbH durch die Stadtwerke. Ziel ist die Rekommunalisierung von zwei Müllverbrennungsanlagen. Wie Berens weiter ausführt, entschied sich Bielefeld für eine Konzernfinanzierung, da die Stadt bessere Finanzierungskonditionen als die Stadtwerke bekommt. Konzernfinanzierungen sind in NRW seit Ende 2014 zulässig. Allerdings ist dabei das EU-Beihilferecht zu beachten: So zahlen die Stadtwerke der Stadt Bielefeld „marktübliche“ Zinsen.

Schuldschein mehrfach überzeichnet

Die Schuldscheinplatzierung wurde von der Helaba und der Nord LB als Joint Arranger begleitet. Wie die Helaba mitteilte, war die Emission nach kürzester Zeit mehrfach überzeichnet. Insbesondere die langen Laufzeiten stießen bei den Investoren auf großes Interesse. Zu den Investoren zählen Versicherungen, überregional tätige Privatbanken, Bausparkassen, Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken sowie ein ausländisches Kreditinstitut.

 

Die aktuelle Platzierung ist nicht die erste Kapitalmarkttransaktion der NRW-Stadt Bielefeld. Bereits 2014 platzierte Bielefeld ein Schuldscheindarlehen, außerdem beteiligte sich Bielefeld an der dritten NRW-Gemeinschaftsanleihen.