Neue Zahlen vom Statistischen Bundesamt

29.09.16 11:39

Statistisches Bundesamt: Kämmerer gehen ins Risiko

Von Katharina Schlüter

Kommunen verschulden sich stärker kurzfristig und nutzen so die niedrigen Zinsen. Gleichzeitig steigen damit allerdings auch die Risiken in den kommunalen Haushalten.

Kämmerer gehen ins Risiko und setzen stärker auf kurzfristige Kredite. Außerdem steigt die Verschuldung im ersten Halbjahr 2016 deutlich. Dies geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis) für hervor.

Wie Destatis gegenüber DNK erläuterte, haben Kommunen im ersten Halbjahr 2016 die langfristigen Finanzierungen (Bankkredite, Schuldscheine und Anleihen) in den Kernhaushalten um über 500 Millionen Euro zurückgefahren, gleichzeitig stiegen die Kassenkredite um 1,9 Milliarden Euro. Insgesamt stieg damit die Verschuldung um 1,4 Milliarden Euro.

NRW-Kämmerer setzen auf Kassenkredite

Wie Destatis weiter mitteilte, schuldeten insbesondere die NRW-Kommunen um: Während die langfristigen Finanzierungen (Investitionskredite und Anleihen) zusammen um 515 Millionen Euro zurückgingen, legten die Kassenkredite um 898 Millionen Euro zu. Auch die Kommunen in Niedersachsen (+300 Millionen Euro) und Rheinland-Pfalz (+200 Millionen Euro) bauten Kassenkredite auf. Baden-Württembergische Kommunen konnten dagegen die Gesamtverschuldung mit -600 Millionen Euro deutlich zurückfahren.

 

Interessant ist dabei auch, dass Anleihen weiter an Bedeutung gewinnen: So stieg die Verschuldung mit Wertpapiere um 460 Millionen Euro und beläuft sich zum 30. Juni 2016 auf knapp 2,5 Milliarden Euro. Grund sind große Platzierungen wie beispielsweise die vierte NRW-Städteanleihe sowie die Anleihe der Stadt Bochum. Trotz steigender Bedeutung bleiben Anleihen in der Kommunalfinanzierung nach wie vor ein Randphänomen: Die Verschuldung über Bankkredite und Schuldscheine liegt bei 91 Milliarden Euro.

 

 

 

k.schlueter@derneuekaemmerer.de