"German Private Placement": Alternative zum Bankkredit

23.03.15 15:41

Wasserwirtschaftsverband platziert Schuldscheine

Von Marc-Fabian Körner

Der wasserwirtschaftliche Erftverband hat drei Schuldscheine mit einem Volumen von insgesamt 30 Millionen Euro platziert. Die Laufzeit beträgt 30 Jahre. Der Erftverband platzierte die Schuldscheine ohne Intermediär direkt bei einem Versicherungsunternehmen.

Der nordrhein-westfälische Erftverband gab am Montag bekannt, dass er drei Schuldscheine mit einem Gesamtvolumen von 30 Millionen Euro emittiert hat. Die Schuldscheine haben einen festen Zinssatz und eine Laufzeit von jeweils 30 Jahren bei vierteljährlicher, ratierlicher Tilgung.


Nach Aussage Franz Peter Schiffers, Finanzleiter des Erftverbands, hätten Banken dem Verband lediglich Kredite mit einer Laufzeit bis zu 15 Jahren angeboten. Um sich die aktuell günstigen Marktkonditionen aber langfristig zu sichern, habe man sich entschlossen, Schuldscheine zu platzieren. Wichtige Voraussetzung für den laut Schiffer „niedrigen“ Zinssatz ebenso wie für den vergleichsweise geringen Dokumentationsaufwand sei ein externes Rating gewesen. Die Agentur Euler Hermes bewertete den Verband mit der Bonitätsstufe A+.


Die drei Schuldscheine wurden vollständig beim Allianz-Konzern platziert. Nach Angaben des Versicherungsunternehmens war dies das erste German Private Placement im öffentlichen Bereich. Das Besondere daran sein, dass die Emission ohne die Einschaltung einer Bank erfolgte, wodurch zusätzliche Kosten vermieden werden konnten.


Der Erfverband bietet als Körperschaft öffentlichen Rechts wasserwirtschaftliche Dienstleistungen an. Er wird getragen von rund 250 Mitgliedern aus Kommunen, Kreisen, Elektrizitätswirtschaft, Gewerbe, Industrie, Wasserversorgung, Fischerei, Landwirtschaft und Bergbau.

 

m.koerner@derneuekaemmerer.de