09.02.15
Haushalt

29 Millionen Euro falsch gebucht

Das Revisionsamt des Wetteraukreises übt scharfe Kritik an dem Jahresabschluss 2009 der hessischen Gemeinde Friedberg: Zeitverzug, fehlende Unterlagen und schlechte Organisation sind nur einige Punkte der langen Liste.

Die Schwierigkeiten bei der Umstellung des Rechnungswesens von Kameralistik auf Doppik sind bekannt. Die nun vom zuständigen Revisionsamt beklagten Mängel des ersten doppischen Haushalts der Gemeinde Friedbergs sind jedoch enorm. Wie die Wetterauer Zeitung berichtet, weist der Jahresabschluss 2009 der hessischen Kommune eklatante Unzulänglichkeiten auf: Korrekturen in Höhe von 28,9 Millionen Euro, fehlerhafte Budgetüberwachung, Kritik an der privaten Nutzung von Dienstfahrzeugen sowie fehlende Einzelnachweise in Höhe von 6,4 Millionen Euro im Zuge der Altstadtsanierung.


Die Stadtverordneten hätten – wie im Gesetz verankert – bereits vier Monate nach Ende des Haushaltsjahres über die wesentlichen Gegebenheiten unterrichtet werden müssen. Das wäre vor fünf Jahren gewesen. Der zuständige Kämmerer und erste Stadtrat Peter Ziebarth (CDU) sieht sich nun der Opposition unter der Führung der Vorsitzenden des Haupt- und Finanzausschusses, Marion Götz (SPD), gegenüber. Eine Sondersitzung soll die Missstände klären. Florian Uebelacker (Grüne) stellt fest: „Wir wählen im Parlament den Ersten Stadtrat, ohne zu wissen, wie die Abrechnungen erledigt wurden. Das kann nicht sein.“ Währenddessen versteht Ziebarth die Vermerke der Revisoren „nicht als Kritik, sondern als Chance“. Nun bat er den Stadtrat um einen Fragenkatalog, den die Dienststelle dann beantworten werde.