Bessere Integration von Flüchtlingen

02.11.16 11:13

Baden-Württembergs Innenminister Strobl will Flüchtlinge schneller in Arbeit bringen

Von Ariane Mohl

Innenminister Strobl gibt der Verwaltung eine Mitschuld bei der schleppenden Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt. Sie sei zu träge und belaste Betriebe mit unnötiger Bürokratie.

Thomas Strobl (CDU), Innenminister des Landes Baden-Württemberg, hat sich in einem Interview mit der F.A.Z. für mehr Tempo bei der Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt ausgesprochen. „Es kann nicht sein, dass unser Handwerk händeringend Auszubildende sucht, gleichzeitig aber junge Männer aus Syrien den ganzen Tag auf der Parkbank sitzen, ohne zu wissen, was sie tun sollen“, sagte Strobl.

 

Mitschuld an der Situation sei eine „träge Verwaltungsbürokratie“, die nicht angemessen auf die Herausforderungen des Flüchtlingszuzugs reagiere. Strobl sprach sich dafür aus, Handwerksbetrieben auf der Suche nach Azubis einen einzigen Ansprechpartner an die Seite zu stellen. Die „bürokratische Last“ müsse dem Handwerk so gut wie möglich abgenommen werden. „Wir müssen hier in der Verwaltung auch ein Stück mehr Servicegedanken entwickeln“, forderte Strobl.

 

Zugleich setzt sich Strobl, der auch stellvertretender Bundesvorsitzender der CDU ist, dafür ein, das Asyl- und Abschieberecht weiter zu verschärfen. Dazu gehöre, dass weitere afrikanische Staaten zu sicheren Herkunftsländern erklärt werden müssten. Strobl sprach sich zudem für schärfere gesetzliche Bestimmungen zur Durchsetzung von Abschiebungen aus.

 

Baden-Württemberg verzeichnete im vergangenen Jahr die stärkste Zuwanderung seit dem Jahr 1990. Die Wanderungsbilanz wies ein Plus von rund 170.500 Personen auf. Alleine aus Syrien kamen fast 36.000 Menschen.

 

a.mohl@derneuekaemmerer.de