Antragsflut beim BAMF

09.03.16 11:44

BAMF: Zahl der Asylanträge steigt um 160 Prozent

Von Ariane Mohl

Auch wenn im Februar 2016 deutlich mehr Asylanträge abgearbeitet wurden als im Februar 2015, löst sich der Antragsstau beim BAMF nicht auf. Noch immer gibt es fast 394.000 unerledigte Fälle. Das liegt auch an der hohen Zahl von neuen Anträgen.

Obwohl Frank-Jürgen Weise, der Chef des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), abgekündigt hat, die Schlagzahl bei der Bearbeitung von Asylanträgen deutlich zu erhöhen, stapeln sich auf den Schreibtischen der Mitarbeiter noch immer 393.155 unerledigte Fälle. Das teilte das Bundesinnenministerium am Dienstag mit.

 

Alleine im Februar 2016 haben 67.797 Menschen einen Asylantrag gestellt – ein Anstieg um 160 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat Februar 2015.

De Maizière: Das BAMF ist bei der Abarbeitung der Asylanträge auf einem guten Weg

Zugenommen hat auch das Tempo, in dem die BAMF-Mitarbeiter die eingereichten Anträge bearbeiten. Im Februar 2016 wurde über die Anträge von 51.528 Personen entschieden. Zum Vergleich: Im Februar 2015 wurden gerade mal 17.580 Anträge abgearbeitet.

 

Bundesinnenminister Thomas de Maizière betonte, dass das BAMF bei der angekündigten Auflösung des Antragsstaus ein gutes Stück vorangekommen sei. „Diese beachtliche Steigerung ist auf den Personalzuwachs, Mehrarbeit und die im Bundesamt bereits vorgenommenen Verbesserungen der Abläufe des Asylverfahrens, den stetigen Personalaufwuchs und das große Engagement der im Bundesamt tätigen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zurückzuführen“, sagte der CDU-Politiker.

Die meisten Antragsteller kamen aus Syrien, dem Irak und Afghanistan. 5,4 Prozent aller im Februar 2016 in Deutschland gestellten Anträge wurden von Staatsangehörigen der sechs Westbalkanstaaten Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien gestellt.

 

Rund 65 Prozent aller Personen, über deren Asylantrag das BAMF im Februar 2016 entschieden hat, wurden als Flüchtlinge nach der Genfer Flüchtlingskonvention anerkannt. 0,5 Prozent erhielten subsidiären Schutz. Damit dürfen sie ein Jahr lang in Deutschland bleiben, wobei die Aufenthaltserlaubnis gegebenenfalls um zwei Jahre verlängert werden kann. Bei 0,6 Prozent der Antragsteller liegt ein Abschiebungsverbot vor. Abgelehnt wurden 23 Prozent aller Anträge. Knapp 11 Prozent der Anträge wurden wieder zurückgenommen oder anderweitig erledigt.      

 

a.mohl@derneuekaemmerer.de