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08.10.19
Haushalt

Betreuungslücke trotz Kita-Ausbau

In Deutschland fehlen Hunderttausende Kita-Plätze für unter Dreijährige. Der Grund hierfür ist laut einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft der steigende Bedarf. Die Kommunen dürften beim Kita-Ausbau jetzt nicht nachlassen.

Trotz Kita-Ausbau fehlen in Deutschland Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren. Zwar gäbe es heute mehr Plätze als noch vor einigen Jahren, dennoch fehlten noch immer Hunderttausende. Der Grund dafür sei der steigende Bedarf, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln (IW).

Fehlten der Studie zufolge 2014 bundesweit erst 190.000 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren, so seien es derzeit fast 320.000 Plätze. Und dass, obwohl die zuständigen Kommunen die Zahl der Betreuungsplätze seit 2014 um rund 155.000 auf 818.000 ausgebaut hätten.

Doch das reiche nicht, um den steigenden Bedarf zu decken. Denn lebten Ende 2013 zwei Millionen unter Dreijährige in Deutschland, ist ihre Zahl fünf Jahre später auf 2,4 Millionen gestiegen. Die Ursache sei laut IW-Wissenschaftler Wido Geis-Thöne neben der Zuwanderung auch die gestiegene Geburtenrate. „Die Städte und Kommunen dürfen beim Kita-Ausbau nicht nachlässig werden", warnt er. Denn die Betreuung werde zunehmend bereits ab dem zweiten Lebensjahr des Kindes zum Standard.

Bundesweite Betreuungslücke von 13 Prozent

Vergleiche man das Angebot mit dem Bedarf, ergäbe sich bei den Zweijährigen eine Betreuungslücke von 16 Prozentpunkten, bei den Einjährigen von knapp 25 Prozentpunkten. Werden Kinder unter einem Jahr hinzugerechnet, ergibt sich eine bundesweite Betreuungslücke von 13 Prozent aller Kinder unter drei Jahren.

Von Bundesland zu Bundesland gibt es große Unterschiede. Bremen weist laut Studie mit 20 Prozent die größte Betreuungslücke auf. Dicht gefolgt von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen mit jeweils 18 Prozent. Am kleinsten ist die Lücke demnach in Mecklenburg-Vorpommern mit 4 Prozent und in Sachsen-Anhalt und Thüringen mit jeweils etwa 5 Prozent. Insgesamt sei die Lage im Osten mit einer Lücke von rund 9 Prozent viel günstiger als im Westen mit einer Lücke von mehr als 14 Prozent.

ak.meves(*)derneuekaemmerer(.)de

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