08.07.15
Haushalt

Bevölkerungszahl: Wachsendes Gefälle zwischen Stadt und Land

Einige ländliche Kommunen müssen sich in den kommenden 15 Jahren auf einen Bevölkerungsschwund von über 25 Prozent einstellen. Auch steigt das Durchschnittsalter zum Teil massiv. Die betroffenen Kommunen wird dies vor erhebliche Herausforderungen stellen, warnt eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung.

Die Einwohnerzahlen ebenso wie der Altersdurchschnitt der Bevölkerung werden sich in den kommenden 15 Jahren zwischen Stadt und Land immer weiter auseinander entwickeln. Dies ist das zentrale Ergebnis einer am Mittwoch vorgestellten Studie der Bertelsmann Stiftung.


Auf erhebliche Bevölkerungsverluste von z.T. über 10 Prozent müssen sich vor allem Sachsen-Anhalt, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und das Saarland einstellen. Für die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen sowie die Flächenländer Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Schleswig-Holstein prognostiziert die Bertelsmann Stiftung dagegen erhebliche Einwohnerzuwächse – zum Teil würden diese sogar zweistelligen Prozentbereich liegen.


Besonders dramatisch sind diese Entwicklungen im sächsischen Hoyerswerda, in Bitterfeld-Wolfen und Gräfenhainichen (Sachsen-Anhalt) sowie im thüringischen Roßleben: Diese Kommunen müssten sich darauf einstellen, dass ihre Bevölkerung von 2012 bis 2030 um gut 26 Prozent zurückgeht. Aber auch die gegenteilige Entwicklung stellt die betroffenen Kommunen vor Herausforderungen. Um über 25 Prozent würde Bevölkerung in Unterföhring und Feldkirchen bei München, im nordbadische Ilvesheim sowie in Teltow im brandenburgischen Kreis Potsdam-Mittelmark ansteigen.


Alternde Bevölkerung


Auch das Durchschnittsalter wird sich regional unterschiedlich entwickeln. 2030 wird die Hälfte der Bundesbürger älter als 48,1 Jahre sein (2012: 45,3 Jahre). Am jüngsten mit durchschnittlich 43 Jahren wird die Bevölkerung im Jahr 2030 in Berlin und Hamburg sein. In Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Meckelburg-Vorpommern wird der Durchschnitt dagegen bei ca. 53 Jahren liegen.


Die Bertelsmann Stiftung weist darauf hin, dass diese demografischen Entwicklungen Kommunen deutschlandweit vor große Herausforderungen stellen werden: „Es wird für die schrumpfenden und alternden Regionen immer schwieriger, eine gute Infrastruktur zu gewährleisten“, kommentierte Birgit Mohn, Vorstand der Bertelsmann Stiftung.


Basis der Studie ist die zahlenmäßige Entwicklung der Bevölkerung für Städte und Gemeinden ab 5.000 Einwohner sowie aller Landkreise.


k.schlueter(*)derneuekaemmerer(.)de