Destatis veröffentlicht Quartalszahlen

22.09.15 11:43

Bund und Länder entschulden sich, Schulden der Kommunen steigen

Von Anne-Kathrin Meves

Die Schuldenstände von Bund, Ländern und Kommunen entwickeln sich auseinander: Während Bund und Länder ihre Schulden im Vergleich zum Vorjahr senken konnten, steigt die Verschuldung der kommunalen Ebene.

Zum Ende des zweiten Quartals war die kommunale Ebene mit 144,5 Milliarden Euro verschuldet. Im Vergleich zum Juni 2014 entspricht dies einem Antieg von 4,2 Prozent bzw. 5,8 Milliarden Euro. Dies teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag mit.

Besonders stark stieg die Verschuldung der Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern (+ 24,4 Prozent), Baden-Württemberg (+ 16,9 Prozent) und Sachsen (+ 10,4 Prozent). Entschulden konnte sich dagegen die thüringischen (-3,8 Prozent) und die niedersächsischen (-0,1 Prozent) Kommunen.

Trotz der insgesamt gestiegenen Verschuldung der Kommunen, sanken die öffentlichen Schulden in Deutschland. So waren Bund, Länder und Gemeinden laut Destatis zum Ende des zweiten Quartals dieses Jahres mit 2.025,2 Milliarden Euro verschuldet. Das seien 0,9 Prozent oder 19 Milliarden Euro weniger als im zweiten Quartal 2014. Sowohl Bund wie auch die Länder konnten sich im Vorjahresvergleich entschulden.

So verringerten sich die Schulden des Bundes im Vorjahresvergleich um 13,7 Milliarden Euro. Die Länder konnten ihre Schulden um insgesamt 11,1 Milliarden Euro zurückführen. Ähnlich wie bei den Kommunen ist die Finanzentwicklung von Land zu Land sehr unterschiedlich. Insbesondere Baden-Württemberg (-11,7 Prozent) und Sachsen (-11,6 Prozent) reduzierten ihre Verschuldung deutlich. Der Stadtstaat Bremen musste die Verschuldung dagegen um 14,6 Prozent erhöhen.

Die Destatis-Ergebnisse beziehen sich auf die Kern- und Extrahaushalte von Bund, Ländern sowie Kommunen und umfassen sowohl Kreditmarktschulden als auch Kassenkredite.

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