Alternative Finanzierungsmodelle

07.10.15 16:49

Ennepetal will Abhängigkeit von Gewerbesteuer reduzieren

Von Katharina Gail

Viele Kommunen kämpfen mit der Volatilität der Gewerbesteuer, Steuereinbußen werden schnell zum Problem. In Ennepetal will man sich von dieser Abhängigkeit ein Stück weit befreien und bastelt an einer alternativen Kooperation mit Unternehmen.

Spenden anstelle einer Anhebung der Gewerbesteuer: Mit diesem Konzept will die nordrhein-westfälische Stadt Ennepetal ihre Abhängigkeit von der Gewerbesteuer reduzieren. Gleichsam will die Kommune damit den Standort wettbewerbsfähiger gestalten, heißt es in einem Bericht der Westfalenpost. Anstatt den Gewerbesteuersatz zu heben, plant die Stadt, bei den Unternehmen Spenden einzusammeln. Die sollen wiederum in eine gemeinnützige Standortsicherungsgesellschaft fließen. Insgesamt sollen so jedes Jahr mindestens 3,5 Millionen Euro zusammenkommen, die wiederum in freiwillige städtische Leistungen, etwa in Schulen oder Kindergärten, eingebracht werden.  Dabei sollen die Spender keinen Einfluss auf die Mittelverwendung nehmen können.

 

Wird die Spendenhöhe nicht erreicht, will das 30.000-Einwohner-Städtchen den Gewerbesteuerhebesatz rückwirkend erhöhen. Die Unternehmensseite in Ennepetal gibt sich unterdessen optimistisch: „3,5 Millionen Euro sind die Untergrenze“, sagte Ralf Stoffels, Geschäftsführer der Firma BIW – ein Hersteller für Isolierstoffe.

 

In der in NRW benachbarten Gemeinde Ense war 2013 das Experiment „Spenden statt Steuererhöhung“ gescheitert. Die Spendenbereitschaft bröckelte, nachdem einige Unternehmen sich dem Spendenaufruf nicht angeschlossen hatten.

 

k.gail@derneuekaemmerer.de