Gewerbesteuer-Statistik

07.04.16 12:24

Gewerbesteuer-Zerlegung: Umverteilung von West nach Ost

Von Katharina Schlüter

Die Gewerbesteuer-Zerlegung führt zu einer Umverteilung von West nach Ost. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, geben vor allem Kommunen in NRW und Niedersachsen Zerlegungsanteile an Kommunen in Sachsen und Sachsen-Anhalt ab.

Von der Umverteilung der Gewerbesteuer von den Firmenzentralen zu den Betriebsstätten profitieren vor allem die ostdeutschen Kommunen. Dies teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag mit. Der aktuellen Untersuchung liegt die Gewerbesteuerveranlagung 2011 zugrunde. Wie Destatis gegenüber DNK erläuterte, sind dies die aktuellsten validen Daten.

 

Insgesamt summierten sich die von den Finanzverwaltungen festgesetzten Gewerbesteuermessbeträge im Jahr 2011 auf 11 Milliarden Euro, das Gewerbesteueraufkommen belief sich auf 40,5 Milliarden Euro.

Gewerbesteuer-Zerlegung: Wer profitiert, wer verliert?

Von der Gewerbesteuerzerlegung profitierten am stärksten die Kommunen in Sachsen (91 Millionen Euro) und Sachsen-Anhalt (58 Millionen Euro). Der Stadtstaat Berlin konnte sich über zusätzliche Zerlegungsanteile von 63 Millionen Euro freuen.

 

Umverteilungsverlierer ist vor allem Nordrhein-Westfalen: Die Verlagerung der Zerlegungsanteile zum Betriebssitz führte im bevölkerungsreichsten Bundesland zu einem Nettoabgang von 175 Millionen Euro. Die niedersächsischen Kommunen mussten 52 Millionen Euro Zerlegungsanteile abgeben.

 

Zum Hintergrund: Die Steuermessbeträge werden vom dem für die Unternehmenszentrale zuständigen Finanzamt ermittelt. Anschließend wird der Betrag auf die Gemeinden aufgeteilt, in welchen das Unternehmen eine Betriebsstätte unterhält. Die Kommunen multiplizieren in einem letzten Schritt den sogenannten Zerlegungsanteil mit dem jeweiligen Hebesatz.

 

k.schlueter@derneuekaemmerer.de