Mit dem Austausch des Kunststoffgranulats auf Kunstrasenplätzen kommen hohe Kosten auf Vereine und Kommunen zu.

Heiler GmbH & Co KG

09.03.20
Haushalt

Gummigranulat auf Kunstrasenplätzen: hohe Kosten drohen

Auf Kommunen und lokale Sportvereine könnten hohe Millionenbeträge für den Austausch des Gummigranulats auf Kunstrasenplätzen zukommen.

 

Der Austausch von Füllmaterialen für Kunstrasenplätze könnte die deutschen Kommunen und Vereine mit einem „hohen zweistelligen“, vielleicht sogar dreistelligen Millionenbetrag belasten. Dies schätzt der Deutsche Fußball-Bund (DFB). Konkret geht es um die Füllmaterialen aus Kunststoff. Diesen widmet sich derzeit die Europäische Chemikalienagentur im Auftrag der EU-Kommission. Sie prüft ein Verbot des Granulats, das als Mikroplastik in die Umwelt geraten kann. Im ersten Halbjahr 2020 werden die Untersuchungsergebnisse erwartet.

Die Entscheidung über ein mögliches Verbot könnte sich auf zahlreiche Kunstrasenplätze in Deutschland auswirken. Dies betrifft vor allem Kommunen und Vereine, deren Sportplätze nicht selten mit kommunalen Mitteln gefördert sind. Bundesweit gibt es rund 5.109 Kunstrasenplätze, die für den Fußballbetrieb gemeldet sind. Hinzu kommen 776 Klein- und Minifelder. Die Kosten für einen Austausch des Füllmaterials eines Platzes liegen in der Größenordnung eines mittleren fünfstelligen Betrags. Insgesamt könnten sich die Kosten auf bis zu 90 Millionen Euro summieren, prognostiziert der DFB. Manche Schätzungen gingen sogar von bis zu 250 Millionen Euro aus.

DFB fordert „kostenneutrale" Lösung für Kommunen

Für den Breitensport in Städten könnte ein mögliches Verbot gravierende Auswirkungen haben. Der Austausch könnte den Spielbetrieb empfindlich stören. Zudem könnten die damit verbundenen Kosten vor allem kleinere Vereine existentiell gefährden, warnt der DFB. Im Falle eines Verbots fordert der Verband daher Übergangsregeln sowie eine „möglichst kostenneutrale Lösung für die Vereine und Kommunen“. Ein Kunstrasenplatz ist mit rund 40 Tonnen Granulat befüllt. Davon werden schätzungsweise zwischen 400 und 1.600 Kilogramm jährlich ausgetragen.

Als Alternative zum Gummi- gilt Korkgranulat. Letzteres wird ohnehin – auch im Kontext der Debatte um Ökologie und Nachhaltigkeit in Städten – immer stärker nachgefragt.

a.erb(*)derneuekaemmerer(.)de