01.06.17
Haushalt

Haus der Bildung: Rechnungsprüfer machen Stadt Bonn für Mehrkosten verantwortlich

Das Bonner Bauprojekt „Haus der Bildung“ ist mit knapp 8 Millionen Euro teurer ausgefallen als geplant. Ein vertraulicher Bericht des Rechnungsprüfungsamtes wirft dem Städtischen Gebäudemanagement vor, die Kosten von Anfang an viel zu niedrig angesetzt zu haben – offenbar nicht der einzige Fehler der Planer.

Hat das Städtische Gebäudemanagement Bonn (SGB) die Kosten für den Bau des „Hauses der Bildung“ von Beginn an zu niedrig angesetzt? Zu diesem Ergebnis kommt ein vertraulicher Bericht des Rechnungsprüfungsamtes (RPA), aus dem der Bonner General Anzeiger zitiert.

 

Die Umsetzung des Prestigeprojekts verschlang rund 27 Millionen Euro - knapp 8 Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant. Das RPA schreibt in seinem Bericht, dass das SGB für den für den Umbau des Stadthauses und einen zusätzlichen Anbau rund 19,4 Millionen Euro angesetzt habe – dabei seien Kosten von rund 21 Millionen Euro realistisch gewesen. Das habe das SGB zu diesem Zeitpunkt auch wissen können, rügen die Rechnungsprüfer. Um politische Vorgaben halten zu können, sei man jedoch auf die Kostenbremse gegangen und habe so jegliche Sicherheitspuffer verloren.

 

Hinzu seien Kommunikations-und Kompetenzprobleme zwischen den Projektverantwortlichen gekommen, heißt es weiter. Darüber hinaus sei der städtische Projektleiter restlos überfordert gewesen. Er habe jahrelang alle Bauherrenaufgaben alleine schultern müssen, kritisiert das RPA.

 

Erst nachdem die Projektleitung 2014 neu vergeben wurde konnte das Bauprojekt mit eineinhalb Jahren in Verzug im August 2015 abgeschlossen werden. Unklar ist jedoch ob es bei den Kosten von 27 Millionen Euro bleibt, da die Stadt Bonn sich noch im Streit um Schadensersatzforderungen befindet.

 

melanie.weber(*)frankfurt-bm(.)com