Mainhausen bleibt bei Hessenkasse außen vor

08.12.17 14:39

Hessenkasse: Gemeinde Mainhausen droht mit Klage

Von Ariane Mohl

Ist der Sparsame am Ende der Dumme? Weil die einst hochverschuldete Gemeinde Mainhausen finanziell inzwischen gut dasteht, bleibt sie beim Landesprogramm „Hessenkasse“ außen vor. Bürgermeisterin Disser fühlt sich zu Unrecht bestraft. Sollte das Land nicht einlenken, will sie klagen.

Weil die Gemeinde Mainhausen nicht von der sogenannten Hessenkasse profitieren wird, erwägt Bürgermeisterin Ruth Disser (SPD) nach Informationen mehrere regionaler Medien eine Klage gegen das Land. Nach Dissers Angaben bleibe Mainhausen nicht nur bei dem von Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) aufgelegten Entschuldungsprogramm außen vor. Auch an dem Fördertopf für kommunale Investitionen wird Mainhausen sich nach aktuellem Stand nicht bedienen dürfen – eine Entscheidung, die für Disser ungerecht und nicht nachvollziehbar ist. „Wir werden fürs Sparen bestraft“, ärgert sich die SPD-Politikerin im Gespräch mit der „Offenbach Post“.

 

Mainhausen saß nach Recherchen der Frankfurter Rundschau im Jahr 2012 noch auf einem Schuldenberg in Höhe von 15 Millionen Euro. Mithilfe eines eisernen Sparprogramms konnte die kleine Gemeinde den Großteil der Schulden mittlerweile abbauen und die Kassenkredite auf null zurückführen – ein Erfolg, über den die Bürgermeisterin sich nun nicht mehr so recht freuen kann. Gehörte Mainhausen nach wie vor zu den „armen“ Kommunen, würden nun 750.000 Euro aus der Hessen- in die Stadtkasse fließen, schätzt Disser.

 

Am 22. Januar 2018 will die Bürgermeisterin Finanzminister Schäfer im persönlichen Gespräch überzeugen, Mainhausen doch noch in die Hessenkasse aufzunehmen. Sollte er nicht einlenken, werde die Gemeinde klagen, kündigte Disser an. 

 

 

Mainhausen hat rund 9.500 Einwohner und ist die kleinste Gemeinde im Landkreis Offenbach.

 

a.mohl@derneuekaemmerer.de