Hat in Nordrhein-Westfalen den höchsten Gewerbesteuereinbruch zu verzeichnen: die Stadt Düsseldorf.

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08.09.20
Haushalt

In NRW fehlen 1,5 Milliarden Euro Gewerbesteuern

Die Gewerbesteuereinnahmen in NRW sind im zweiten Quartal 2020 drastisch eingebrochen. Einige Kommunen scheinen aber überraschend gut durch die Coronakrise zu kommen.

Die Coronakrise hat die Kommunen in Nordrhein-Westfalen (NRW) hart getroffen. Wie das Statistische Landesamt NRW mitteilt, haben die Städte und Gemeinden im zweiten Quartal 2020 lediglich rund zwei Milliarden Euro Gewerbesteuern eingenommen – 43,5 Prozent weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Im zweiten Vierteljahr 2019 verzeichnete das bevölkerungsreichste Bundesland demnach noch Gewerbesteuereinnahmen von 3,5 Milliarden Euro. Zum Vergleich: durchschnittlich nahmen die NRW-Kommunen von 2015 bis 2018 pro Quartal etwa drei Milliarden Euro an Gewerbesteuern ein.

Kommunen unterschiedlich stark betroffen

Die höchsten Einbußen mussten dabei zwei Großstädte hinnehmen. In Düsseldorf fehlten in der Gewerbesteuerkasse im Vergleich zum Vorjahr rund 192 Millionen Euro und in Köln 134 Millionen Euro. 

Während einige Städte von den Einnahmeeinbrüchen besonders betroffen sind, scheinen andere wiederum überraschend gut durch die Coronakrise zu kommen: 55 der 396 Städte und Gemeinden im Bundesland NRW, und damit rund jede achte Kommune, erzielten von April bis Juni 2020 höhere Gewerbesteuereinnahmen als im Jahr zuvor. 

Den höchsten Zuwachs verzeichnete mit einem Plus von 30,8 Millionen Euro die 55.000-Einwohner-Stadt Euskirchen. Die Ursache hierfür waren aber nicht etwa höhere Einnahmen, sondern „unerwartete Gewerbesteuernachzahlungen“, wie Stadtsprecherin Silke Winter gegenüber der Nachrichtenagentur dpa erklärte.

alexandra.jarchau(*)faz-bm(.)de

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