Bundesfamilienministerium legt Bericht vor

05.03.15 17:07

Kita-Mangel im Westen doppelt so groß wie im Osten

Von Marc-Fabian Körner

Die Betreuungslücke ist in Westdeutschland doppelt so groß wie in Ostdeutschland. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht des Bundesfamilienministeriums.

Deutschlandweit gibt es zwischen dem Bedarf an U3-Betreuung (41,5 Prozent) und der Betreuungsquote (32,3 Prozent) eine Lücke von 9,2 Prozent. Das bedeutet, dass beinahe jedes zehnte Kind bis zu einem Alter von drei Jahren keinen Betreuungsplatz erhält, obwohl die Eltern danach suchen. Laut einem am Mittwoch von der Bundesregierung vorgelegten Bericht des Bundesfamilienministeriums gibt es jedoch große Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern.


So ist in den ostdeutschen Bundesländern bei einer Betreuungsquote von 52 Prozent der unter Dreijährigen lediglich eine Bedarfslücke von 5,4 Prozent festzustellen, während hingegen diese Lücke in den westlichen Bundesländern bei einem Betreuungsbedarf von nur 37,6 Prozent bei hohen 10,2 Prozent liegt. Damit ist die Differenz im Westen fast doppelt so hoch wie die im Osten Deutschlands.


In 2014 wurden 660.750 unter Dreijährige in Kindertageseinrichtungen oder der öffentlich geförderten Kindertagespflege betreut, und damit knapp 300.000 Kinder mehr als im Jahr 2008. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) kündete mit Verweis auf die weiterhin bestehende Versorgungslücke eine Aufstockung der Bundesmittel für den Betreuungsausbau um 550 Millionen auf insgesamt eine Milliarde Euro an.

 

m.koerner@derneuekaemmerer.de