Anhörung zum Ausbau der Kita-Betreuung

29.03.17 12:01

Kommunen: 350.000 Kita-Plätze mehr bis 2020 benötigt

Von Ariane Mohl

Mit mehr als einer Milliarde Euro zusätzlich will der Bund den Ländern unter die Arme greifen, um den Ausbau der Kita-Betreuung voranzubringen. Doch die kommunalen Spitzenverbände warnen: Die so finanzierbaren 100.000 Plätze werden den Bedarf bei weitem nicht decken.

Die Kommunen wie auch das Deutsche Jugendinstitut rechnen damit, dass der zusätzliche Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren bis zum Einschulungsalter auf rund 350.000 Plätze im Jahr 2020 steigen werde. In einer öffentlichen Anhörung des Familienausschusses des Deutschen Bundestages zum weiteren qualitativen und quantitativen Ausbau der Kindertagesbetreuung wies Uwe Lübking von der Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände auf den paradoxen Umstand hin, dass der Kita-Ausbau in den vergangenen Jahren gleichzeitig einen höheren Bedarf geschaffen habe. In der Vergangenheit hätten sich viele Eltern seiner Einschätzung nach gar nicht erst um einen Platz bemüht, weil sie ohnehin nicht damit gerechnet hätten, einen zu erhalten.

 

Auf die Frage, ob die Kita-Betreuung künftig gebührenfrei sein sollte, antwortete Lübking mit einem klaren Nein. Derzeit müsse der Ausbau der Betreuung Priorität haben.

 

 

Die geladenen Experten äußerten sich auch zum bereits jetzt bestehenden Fachkräftemangel. Renate Sternatz von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und Norbert Hocke von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft warnten davor, dass der weiterhin steigende Personalbedarf im Kita-Bereich nicht mehr gedeckt werden könne. Hocke forderte die Bundesagentur für Arbeit auf, Kita-Erzieher in die Liste der Mangel-Berufe aufzunehmen, um Fachkräften aus dem Ausland einen einfacheren Weg zur Arbeitserlaubnis zu ebnen.

 

a.mohl@derneuekaemmerer.de