14.09.16
Haushalt

Kommunen zahlen Start-up-Förderung

Die Bundesregierung möchte Start-up-Unternehmen mit steuerlichen Entlastungen helfen. Die Start-up-Förderung zahlen auch die Kommunen: Mit jährlichen Gewerbesteuerausfällen in Höhe von 235 Millionen Euro ist zu rechnen.

Was hat die Start-up-Förderung mit den kommunalen Finanzen zu tun? Mehr als man auf den ersten Blick denken würde: Mit steuerlichen Entlastungen möchte die Bundesregierung Start-up-Unternehmen in der Wachstumsphase helfen. Die Zeche zahlen allerdings vor allem Kommunen und Länder. So rechnet man in Berlin mit jährlichen Steuerausfällen in Höhe von 600 Millionen Euro, 185 Millionen Euro davon treffen die Länder und 235 Millionen Euro die Kommunen. Dies geht aus einem am heutigen Mittwoch vom Bundeskabinett verabschiedeten Gesetzentwurf hervor.

 

Der Gesetzesvorstoß zielt darauf ab, die Möglichkeiten zur steuerlichen Verlustverrechnung zu erweitern. Unter bestimmten Bedingungen soll ein Verlustvortrag zukünftig auch bei Änderungen in der Gesellschafterstruktur möglich sein. Start-up-Unternehmen finanzieren ihren Wachstum häufig über neue Investoren. Bislang verfällt mit dem Einstieg eines neuen Investors der Verlustvortrag. Zukünftig soll der Verlustvortrag erhalten bleiben, so dass das Start-up für Investoren attraktiver wird. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) kommentierte: "Deutschland braucht mutige Unternehmen, damit unser Land auch in Zukunft zu den stärksten Volkswirtschaften der Welt gehört. Wir verbessern deshalb jetzt die Rahmenbedingungen. Künftig kann es Unternehmen damit noch besser gelingen, Investoren für innovative Geschäftsmodelle zu gewinnen." Die Änderung soll rückwirkend zum 1. Januar 2016 in Kraft treten.

 

k.schlueter(*)derneuekaemmerer(.)de