Ergebnisse der DNK-Kämmererumfrage 2015

18.03.15 10:12

Nur rund 58 Prozent der Kommunen gegen EPSAS

Von Marc-Fabian Körner

Nur sechs Prozent der Kommunen würden eine Einführung der EPSAS begrüßen. Doch so stark, wie diese Zahl vermuten lässt, ist die Front der expliziten EPSAS-Gegner nicht: Rund ein Drittel der Teilnehmer an unserer Kämmererumfrage 2015 hat sich zum Thema EPSAS bisher keine Meinung gebildet. Die Befragung zeigte gleichzeitig auch: Nicht mal die Hälfte der Kommunen, die bereits Erfahrung mit der Doppik haben, finden, dass sich die Umstellung gelohnt hat.

Wer sich mit Kämmerern und Kommunalverbänden zum Thema EPSAS unterhält bekommt den Eindruck: Mit wenigen Ausnahmen von insbesondere einigen Großstadtkämmerern sind die meisten Kommunen gegen die von Eurostat geplanten europäischen Rechnungslegungsstandards. Die Ergebnisse der DNK-Kämmererbefragung 2015 zeichnen ein etwas anderes Bild: Zwar sprachen sich nur 6,3 Prozent explizit für eine EPSAS-Einführung aus, doch 36,2 Prozent der kommunalen Finanzentscheider haben sich zu den EPSAS noch keine Meinung gebildet. Von den befragten Großstädten sprach sich ein knappes Drittel für die EPSAS aus. Insgesamt nahmen 556 kommunale Finanzentscheider an der Umfrage teil.


Unter den Gegnern der einheitlichen europäischen Vorgaben erwarten 84,7 Prozent, dass „der zusätzliche Aufwand die möglichen Vorteile übersteige“. Jeweils gut 60 Prozent halten nach der Doppik-Einführung eine weitere Reform für nicht vermittelbar bzw. fürchten, dass „von den EPSAS nur Berater, Wirtschaftsprüfer und IT-Anbieter profitieren“.


Der Aussage „Die EPSAS würden dem föderalen Flickenteppich der kommunalen Buchführung in Deutschland ein Ende bereiten“ stimmten dagegen 77,1 Prozent der Befürworter zu. Weitere Argumente für eine Einführung sind nach der Kämmererbefragung unter anderem die bessere Kontrolle über die Verschuldung der öffentlichen Haushalte in Europa (62,9 Prozent) und die größere Transparenz der Finanzsituationen des Bundes und der Länder (60,0 Prozent).


Unter den deutschen Großstädten würde knapp ein Drittel die EPSAS begrüßen. Die Umfrage zeigt, dass sich die Großstadtkämmerer schon vergleichsweise intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt haben: Nur 12,1 Prozent haben sich bisher keine Meinung gebildet, 57,6 Prozent lehnen eine EPSAS-Einführung dagegen ab. Auffällig ist außerdem, dass alle EPSAS-Befürworter unter den Großstädten bereits doppisch buchen.


Situation der doppischen Buchführung


Ein weiterer Themenkomplex, den die aktuelle DNK-Kämmererbefragung behandelt, versucht, die Situation der Doppik in Deutschland darzustellen. Von 556 Befragten gaben mit 67,6 Prozent (376) der kommunalen Finanzentscheider an, die Doppik-Einführung bereits abgeschlossen bzw. mit der Einführung begonnen zu haben. Während knapp 12 Prozent angaben, die doppische Rechnungslegung in der Zukunft einführen zu wollen, gaben 115 Kommunen an: „Wir buchen kameral und werden nach dem jetzigen Stand auch dabei bleiben.“
Von den 376 Kommunen, die die Doppik bereits eingeführt haben bzw. sich im Umstellungsprozess befinden gab deutlich weniger als die Hälfte (43,9 Prozent) an, dass sich die Einführung lohne. Knapp ein Drittel (32,2 Prozent) finden, dass sich die Einführung nicht lohnt. Für die restlichen Umfrageteilnehmer (24,7 Prozent) ist es für eine  Beurteilung  noch zu früh.
Die „generationsgerechte Darstellung von Vermögen und Verbindlichkeiten“ sowie die „bessere Darstellung des Ressourcenverbrauchs“ sehen jeweils beinahe 40 Prozent der 376 kommunalen Finanzentscheider als Vorteil des doppischen Haushalts gegenüber der Kameralistik an. Außerdem fällt es 18,4 Prozent der Finanzentscheider leichter, den „Konzern Kommune mittels Gesamthaushalt zu überblicken“; rund 15 Prozent argumentieren, dass sich dank Doppik die Kommune besser steuern ließe.


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