Personalausgaben der Stadtverwaltung Halle auf dem Prüfstand

06.11.17 11:18

Rechnungshof: Halle zahlt Mitarbeitern zu hohe Gehälter

Von Ariane Mohl

Der Landesrechnungshof Sachsen-Anhalt hat 89 Prozent der Personalakten der Stadt Halle beanstandet. Offenbar wurden etlichen Verwaltungsmitarbeitern trotz fehlender Dokumente über Jahre hinweg zu hohe Gehälter ausgezahlt. Für die Stadt geht um mehrere Millionen Euro.

Die Stadt Halle hat ihren Mitarbeitern offenbar über Jahre hinweg zu hohe Gehälter gezahlt. Zu diesem Ergebnis kommt ein jetzt im Stadtrat vorgestellter Prüfbericht des Landesrechnungshofes Sachsen-Anhalt, über den die Mitteldeutsche Zeitung berichtet. Die Prüfer der unabhängigen Kontrollbehörde hatten sich seit dem Jahr 2015 stichprobenartig mit dem Personal der Stadtverwaltung beschäftigt.

 

Insgesamt wurden die Personalakten von 268 Tarifbeschäftigten und zwölf Beamten unter die Lupe genommen – mit erschreckendem Ergebnis: Bei 89 Prozent der geprüften Akten gab es Beanstandungen. In 130 Fällen fehlten Unterlagen, die für die Einordnung in die richtige Tarifgruppe eigentlich nötig gewesen wären, kritisieren die Prüfer. Insgesamt soll die Stadt laut Landesrechnungshof Personalausgaben in Höhe von 6,1 Millionen Euro veranlasst haben, obwohl wichtige Informationen in den Akten fehlten.

 

Bereits im April hat die Stadt Halle eine Projektgruppe ins Leben gerufen, die alle vom Rechnungshof beanstandeten Personalakten vollständig überarbeiten soll. Auch die Dokumente aller anderen knapp 2.700 Verwaltungsmitarbeiter sollen nach und nach überprüft werden, kündigte Bürgermeister und Finanzdezernent Egbert Geier (SPD) an. 

 

a.mohl@derneuekaemmerer.de