22.11.16
Haushalt

Rheinland-Pfalz trennt sich von KPMG

Paukenschlag beim gescheiterten Verkauf des Flughafens Hahn: Das Land Rheinland-Pfalz setzt KPMG vor die Tür – und hofft auf drei neue Bieter.

Die Landesregierung von Rheinland-Pfalz hat der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG das Mandat für den Verkauf des defizitären Regionalflughafens Hahn entzogen. Innenminister Roger Lewentz (SPD) teilte mit, dass KPMG die Begleitung des Verkaufsverfahrens an Warth & Klein übergibt. Beide Seiten hätten sich auf eine abschließende Honorarregelung verständigt, die laut Lewentz sehr den Interessen des Landes entspreche. Zur Höhe des Honorars wollte der Minister sich nicht äußern. Mögliche Schadenersatzansprüche gegen KPMG seien mit der Einigung vom Tisch, betonte Lewentz.

 

Grund für die Trennung ist der geplatzte Verkauf des landeseigenen Regionalflughafens an den chinesischen Investor SYT. Dieser hatte den verschuldeten Flughafen eigentlich für 13 Millionen Euro übernehmen sollen. Im Juli stellte sich dann jedoch heraus, dass das Unternehmen in China unbekannt ist. Nachdem die für den Verkauf erforderlichen Unterlagen nicht fristgerecht eingingen, zog Lewentz die Notbremse.

 

Nun soll Warth & Klein den Flughafen doch noch an den Mann bringen. Nach Angaben des Innenministeriums führt das Unternehmen aktuell mit drei von sechs Bietern Verhandlungen. Unterschriftsreife Verträge sollen nach F.A.Z.-Informationen bereits im Januar vorliegen. Wie die Zeitung berichtet, ist die finanzielle Situation des Flughafens äußert angespannt. Um die laufenden Kosten zu decken, müsse ein weiteres Gesellschafterdarlehen des Landes in Höhe von 34 Millionen Euro in Anspruch genommen werden.  

 

a.mohl(*)derneuekaemmerer(.)de