Skandal um das Trierer Stadttheater

29.11.16 14:38

Stadttheater Trier: Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft

Von Ariane Mohl

Weil mehrere Medien einen internen Prüfbericht zum Trierer Theaterskandal veröffentlicht haben, hat der Oberbürgermeister Anzeige erstattet. Der Bericht belastet den Intendanten und den Kulturdezernenten schwer. Aber auch der Stadtrat habe gravierende Fehler gemacht. Allesamt trügen sie Mitverantwortung für das Millionendefizit des Trierer Theaters.

Der Finanzskandal um das Trierer Stadttheater beschäftigt nun auch die Staatsanwaltschaft. Nach Informationen des SWR ist wegen des Verdachts der Verletzung von Privatgeheimnissen ein Verfahren gegen Unbekannt eingeleitet worden. Der Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) hatte Anzeige erstattet. Der Grund: Ein Bericht des städtischen Rechnungsprüfungsamtes zum Finanzdebakel sei an die Öffentlichkeit gelangt, ehe er im nichtöffentlichen Rechnungsprüfungsausschuss diskutiert werden konnte.

 

Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, gehen die Prüfer hart mit dem inzwischen entlassenen Theaterintendanten Karl Sibelius und Kulturdezernent Thomas Egger (SPD) ins Gericht. Beide sollen für das Millionendefizit des Theaters verantwortlich sein. Aber auch der Stadtrat bekommt in dem Bericht sein Fett weg: Er habe vor Einstellung des neuen Intendanten nicht geprüft, ob Sibelius überhaupt über das nötige kaufmännische Know how verfüge. Das städtische Kulturdezernat wiederum habe Sibelius‘ Ausgaben nicht kontrolliert und so mit zu der Kostenexplosion beigetragen, heißt es in dem Bericht weiter.

 

a.mohl@derneuekaemmerer.de