16.03.16
Haushalt

Steuereinnahmen steigen weniger stark als erwartet

Die Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Kommunen nehmen laut einer Schätzung des DIW in diesem Jahr zwar um 1,7 Prozent zu. Die amtliche Schätzung vom November 2015 ging allerdings von einem höheren Anstieg aus.

Bund, Länder und Kommunen dürfen sich nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin in diesem und im kommenden Jahr auf deutlich höhere Steuereinnahmen freuen. Allerdings wird der Anstieg nicht so hoch ausfallen, wie noch im November 2015 bei der amtlichen Steuerschätzung erwartet. Das geht aus Berechnungen der DIW-Finanzexpertin Kristina van Deuverden auf Basis der aktuellen DIW-Konjunkturprognose hervor.

 

Van Deuverden kommt zum Ergebnis, dass 2016 insgesamt 684,8 Milliarden Euro in die Staatskassen fließen werden – 11,5 Milliarden Euro mehr als 2015. Das entspricht einem Anstieg um etwa 1,7 Prozent.

 

Insbesondere der Anstieg der Lohnsteuereinnahmen wird dabei jedoch durch die Anhebung des Grund- und Kinderfreibetrages gedämpft. „Weil der Arbeitsmarkt in Deutschland weiterhin gut läuft und immer mehr Menschen eine Beschäftigung finden, ist die Grunddynamik bei der Lohnsteuer jedoch nach wie vor kräftig“, so van Deuverden. „Die Lohnsteuereinnahmen könnten allerdings noch stärker zunehmen, würden sich die Pro-Kopf-Löhne nicht vergleichsweise verhalten entwickeln.“

 

Höher ist die Dynamik bei den Mehrwertsteuereinnahmen. Nach Einschätzung des DIW Berlin wird der nominale Konsum weiter kräftig zulegen. Dazu trügen auch die Ausgaben im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise bei.

Höhere Steuereinnahmen für Kommunen

Bei den Ländersteuern rechnen die Experten des DIW Berlin in diesem Jahr mit Einnahmen in Höhe von 20,1 Milliarden Euro. 2017 fallen hier nach Schätzungen der Experten nur noch Einnahmen in Höhe von 19,8 Milliarden an.

 

Das Gemeindesteueraufkommen beziffert das DIW für das Jahr 2016 auf 14,8 Milliarden Euro. Für das nächste Jahr schätzt das DIW die Einnahmen auf 15,1 Milliarden Euro.

 

Gesondert ausgewiesen werden die geschätzten Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Für dieses Jahr rechnen die DIW-Experten mit 44,1 Milliarden Euro, für das kommende Jahr mit 47,8 Milliarden Euro. 

 

Den DIW-Berechnungen zufolge dürften die Steuereinnahmen in diesem Jahr um 1,4 Milliarden Euro unter der amtlichen Steuerschätzung vom November 2015 liegen. 2017 müssen Bund, Länder und Kommunen voraussichtlich mit drei Milliarden Euro weniger auskommen als angenommen. Grund dafür ist aus Sicht des DIW die nicht mehr so üppige Gewinnentwicklung. „Die Zeiten, in denen die amtliche Steuerschätzung von Sitzung zu Sitzung kräftig nach oben korrigiert wurde, könnten vorbei sein“, befürchtet van Deuverden.

 

a.mohl(*)derneuekaemmerer(.)de