Strengere Energiestandards für öffentliche Bauten

13.01.17 13:30

Strengere Energiestandards: Höhere Kosten für kommunale Neubauten

Von Anne-Kathrin Meves

Die Bundesregierung plant strengere Energiestandards für öffentliche Neubauten einzuführen. Diese sollen ab 2019 zu höheren Baukosten für die Kommunen führen.

Auf Kommunen können künftig höhere Baukosten für öffentliche Gebäude zukommen. Die Bundesregierung plant die Pflicht einzuführen, Neubauten im Niedrigstenergiestandard zu errichten, heißt es beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Diese Vorgabe soll für öffentliche Neubauten mit Wirkung ab 2019 gelten und ab 2021 für alle übrigen Neubauten.

 

Bereits im Koalitionsvertrag der Bundesregierung wurde vereinbart, das derzeitig gültige Energieeinsparungsgesetz (EnEG), sowie die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) zu vereinfachen und gegebenenfalls zusammenzufassen. So ist in einem neuen „Gebäudeenergiegesetz“ vorgesehen, für neue öffentliche Gebäude den höheren KfW-Effizienzhausstandard 55 zur Norm zu erheben, wie die FAZ heute unter Berufung auf den ihr vorliegenden Gesetzesentwurf berichtet. Der Energieverbrauch in Häusern mit diesem Standard soll 45 Prozent unter dem eines Referenzhauses liegen. „Die Festlegung dieses Standards unterstreiche die Vorbildfunktion der öffentlichen Hand beim energieeffizienten, klimagerechten und nachhaltigen Bauen“, zitiert die F.A.Z. das Papier.

 

Für Kommunen bedeutet dies, dass die Baukosten im Schnitt um 2,5 Prozent steigen dürften. Insgesamt kämen auf den Staat Mehrkosten in Höhe von 112 Millionen Euro im Jahr zu im Vergleich zu 2015. Drei Viertel entfielen davon auf die Gemeinden. Zwar stünden den höheren Kosten auch Einsparungen gegenüber, dennoch werde den Kommunen in dem Gesetzentwurf zugesichert, dass sie in Härtefallregelungen von dem hohen Energieeffizienzstandard abweichen könnten.

 

anne-kathrin.meves@frankfurt-bm.com