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Den Einnahmen aus Parkgebühren und Knöllchen stehen hohe Kosten gegenüber, die Kommunen häufig nicht berücksichtigen - wie Lärm und Schadstoffausstoß.

Kosten unterschiedlicher Verkehrsmittel

25.09.18 11:22

Studie: Autoverkehr kostet Kommunen am meisten

Von Anne-Kathrin Meves

Forscher der Universität Kassel fanden heraus, dass das Auto das teuerste Verkehrsmittel ist. Mit einer neu entwickelten Methode sollen Kommunen die Kosten für den Autoverkehr, den ÖPNV und den Radverkehr nun selbst ermitteln können.

Für den PKW-Verkehr müssen Kommunen tief in die Tasche greifen. Er kostet laut einer Studie der Universität Kassel das Dreifache des öffentlichen Nahverkehrs. Mit dem Projekt wollten die Kasseler Verkehrswissenschaftler am Beispiel der Städte Bremen, Kassel und Kiel herausfinden, welche Kosten der Auto-, ÖPNV- und Radfahrverkehr den Kommunen tatsächlich verursacht.

Bislang sei es für Städte und Gemeinden „ziemlich offen, welchen Investitionen in ihre Verkehrssysteme, welcher Ertrag gegenübersteht“, heißt es aus Kassel. Das soll ein im Rahmen des Forschungsprojekts entwickeltes Tool nun ändern. Die Methode deckt volkswirtschaftliche Kosten auf, die in kommunalen Rechnungsunterlagen nicht enthalten sind. Dazu zählen laut Studie unter anderem externe Kosten durch Lärm- und Schadstoffemissionen. Im Unterschied dazu verursache der nicht-motorisierte Verkehr externe Nutzen, da durch regelmäßige Bewegung Krankheitskosten sowie Fehltage am Arbeitsplatz vermieden werden.

Transparentere Verkehrsplanung

Mit dem Instrument auf Excel-Basis könnten die Kommunen die Kosten der einzelnen Verkehrssysteme selbst ermitteln. „Ich erhoffe mir aufgrund unserer Arbeit eine transparentere Verkehrs- und Infrastrukturplanung“, sagt Professor Carsten Sommer, Leiter des Fachgebiets Verkehrsplanung und Verkehrssysteme an der Universität Kassel. „Wir geben den Entscheidern in der Politik das Instrument an die Hand, sich faktenbasiert für oder gegen ein Projekt zu entscheiden“, so Sommer weiter.

Laut Studie kostet der PKW-Verkehr in einer deutschen Großstadt etwa drei Mal so viel wie der ÖPNV. Denn der Autoverkehr erfordere ebenso wie der ÖPNV Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur und deren Unterhalt, bringe den Kommunen jedoch keine unmittelbaren Einnahmen. Ganz anders sieht es beim weniger geförderten Radverkehr aus. Dieser bringt den Kommunen laut Studienergebnis sogar Gewinn ein, da er keine Emissionen und Lärm verursacht, nur geringe Unfallrisiken birgt, aber dafür erheblich zur Gesundheitsprävention beiträgt.

ak.meves@derneuekaemmerer.de