Bürokratie bremst Flüchtlingsintegration aus

06.09.17 09:59

Studie: Bürokratie behindert Integration von Flüchtlingen

Von Melanie Weber

Unklare Zuständigkeiten und mangelnde Kommunikation erschweren die Integration von Flüchtlingen. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie. Kommunen müssten die Fehler von Bund und Ländern ausbaden.

Eine mangelhafte Zusammenarbeit zwischen Verwaltungen und Behörden bremst die Integration von Flüchtlingen. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Verwaltungswissenschaftlers Jörg Bogumil von der Ruhr-Universität Bochum. Laut Bogumil herrsche ein Durcheinander der Zuständigkeiten im Bereich Asyl und Integration. So bemängelt die Studie, dass niemand für den Gesamtprozess verantwortlich sei. Mangelnde Kommunikation führe zu Doppelarbeit und sei letzten Endes eines der wesentlichen Hindernisse auf dem Weg zu einer gelungenen Integration der Neuankömmlinge. Besonders Kommunen hätten unter der hohen Bürokratie zu leiden, da sie die Fehler ausbaden müssten, die Bund und Länder zu verantworten hätten, so Bogumil weiter. Somit sei es lediglich der Flexibilität und Improvisationskunst der Kommunen zu verdanken, dass aus den bürokratischen Hindernissen kein Staatsversagen geworden sei, so die Studie weiter.

 

Um den Missstand unklarer Zuständigkeiten zu beseitigen, schlägt Bogumil die Bündelung von prozessorientierten Verwaltungsprozessen aus Nutzersicht vor. Es erfolge somit eine zielgruppenspezifische Bündelung von Verwaltungstätigkeiten, wodurch der Nutzer nicht aufwendig nach allen Zuständigkeiten suchen muss.

 

Die Studie mit dem Titel „Städte und Gemeinden in der Flüchtlingspolitik Welche Probleme gibt es – und wie kann man sie lösen?“ wurde im Auftrag der Mercator Stiftung erstellt. Diese untersuchte das Verwaltungshandeln der Kommunen auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise in den Jahren 2015/2016 und stützte sich dabei vor allem auf Erkenntnisse der Städte Arnsberg und Bochum.

 

melanie.weber@frankfurt-bm.com