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Öffentliche Investitionen in den Kita Ausbau stärken das Wirtschaftswachstum. So lautete das Ergebnis einer aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung.

Aktuelle Studie zu öffentlichen Investitionen

08.11.17 11:45

Studie: Investitionen in Kitas machen sich schnell bezahlt

Von Melanie Weber

Eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung belegt, dass öffentliche Investitionen in Kitas und Ganztagsschulen zu Wirtschaftswachstum und einer steigenden Beschäftigungszahl führen. Auch der Deutsche Städtetag plädiert einmal mehr für eine stärkere Investitionstätigkeit von Kommunen.

Öffentliche Investitionen sind besonders gut in Kitas und Ganztagsschulen angelegt. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung. Laut Studie werden durch gezielte Investitionen in diese Bereiche viele neue Arbeitsplätze geschaffen. Zudem wird demnach das Wirtschaftswachstum gestärkt, wodurch langfristig der Staatschuldenrückgang begünstigt wird. Neben den Investitionen in den Ausbau von Kitas und Ganztagsschulen seien Investitionen in den Wohnungsbau sowie in die Verkehrs- und digitale Infrastruktur förderlich, heißt es in der Studie weiter.

 

Die Autoren der Studie, Tom Krebs von der Universität Mannheim, und Martin Scheffel von der Universität Köln, haben auch die Amortisationszeiten der verschiedenen Investitionsbereiche untersucht. Investitionen in Ganztagsschulen und Kitas weisen demnach mit einer Amortisationszeit von 16 Jahren die höchste fiskalische Rendite (12 Prozent) auf. Beim Wohnungsbau sind es 26 Jahre und sieben Prozent, bei der Verkehrs- und Digitalinfrastruktur 26 Jahre und acht Prozent.

 

Die Autoren vertreten die These, dass der Staat die vorhandenen Überschüsse investieren sollte, anstatt diese zur Schuldentilgung einzusetzen. Auch der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages Helmut Dedy spricht sich für mehr Investitionsmöglichkeiten von Kommunen aus: „Gegen den Investitionsstau in den deutschen Kommunen muss mehr unternommen werden. Er beläuft sich auf rund 126 Milliarden Euro laut KfW-Kommunalpanel. Die Kommunen können derzeit aber nur etwa 27 Milliarden Euro pro Jahr investieren.“ Dedy erklärte weiter, dass die Investitionskraft der Städte gestärkt werden müsse. Insbesondere strukturschwachen Städten und Regionen sollte ermöglicht werden, ausreichend in ihre Infrastruktur zu investieren.

 

Die Autoren der Studie haben die volkswirtschaftlichen Effekte verschiedener öffentliche Investitionen untersucht. Dabei simulierten diese eine dauerhafte Steigerung der Investitionstätigkeit in den drei genannten Bereichen ab dem kommenden Jahr bis 2050.  

 

melanie.weber@frankfurt-bm.com