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Der Bestand der geförderten Wohnungen ist in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen.

Mangelnde Effizienz im Umgang mit Bundesmitteln

10.10.18 13:59

Studie: Wohnbauförderung erfolgt nach Zufallsprinzip

Von Ariane Mohl

Bundesmittel für den sozialen Wohnungsbau kommen selten da an, wo sie am dringendsten benötigt werden, kritisiert eine aktuelle Studie. Die Kommunen seien mit dem Thema überfordert und benötigten mehr Unterstützung.

Die soziale Wohnbauförderung in Deutschland erfolgt nach dem Zufallsprinzip. Kriterien wie Effizienz oder Bedarfsgerechtigkeit spielen bei der Verteilung von Bundesmitteln keine Rolle. Das ist das Ergebnis einer Studie des Moses Mendelssohn Instituts, an der sich von Mai bis Juli 2018 387 Kommunen mit mindestens 20.000 Einwohnern beteiligt haben.

Schuld an der Misere ist laut Studie eine fehlende oder mangelhafte Bedarfserhebung auf der kommunalen Ebene. „Es gibt keine einheitlichen Kriterien für die Förderung, noch nicht mal eine einheitliche Zählweise. Viele Städte und Gemeinden haben sogar Probleme, ihren Bedarf plausibel darzustellen und die in ihrer Kommune benötigten Wohnungsgrößen zu nennen“, sagt Stefan Brauckmann, Direktor des Moses Mendelssohn Instituts. Da vor diesem Hintergrund ein effizienter Einsatz zur Verfügung gestellter Finanzmittel nicht möglich sei, werde sich die Situation auch durch höhere Zuwendungen für diesen Bereich nicht ändern, betont er.

Statt einfach nur mehr Geld in den Fördertopf für den sozialen Wohnungsbau zu geben, sollten die Kommunen stärker unterstützt werden, fordert Brauckmann. „In diesem System werden die Kommunen quasi alleine gelassen. Um eine höhere Effizienz zu erreichen, sind vor allem konkrete Erfassungs- und Auswertungsvorgaben für eine einheitliche Datengrundlage notwendig, ebenso eine bessere personelle Ausstattung und laufende Fortbildungen.“ Nötig sei auch eine deutschlandweite Vernetzung aller wichtigen Akteure in diesem Bereich.

 

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