Üppige Steuernachzahlung für die Stadt Neuss

10.04.17 10:39

Üppige Steuernachzahlung: Stadt Neuss bald schuldenfrei?

Von Ariane Mohl

Völlig unerwartet ging auf dem Konto der Stadt Neuss eine Gewerbesteuernachzahlung in dreistelliger Millionenhöhe ein – genug Geld, um die Schulden der Stadt auf einen Schlag zu tilgen. Doch die Stadtverwaltung will sich nicht zu früh freuen und den Vorgang prüfen.

Überraschender Geldsegen für die nordrhein-westfälische Stadt Neuss: Ein Unternehmen hat der Stadt eine Gewerbesteuernachzahlung in Höhe von 150 Millionen Euro überwiesen. Durch die unverhoffte Überweisung könnte die Stadt auf einen Schlag schuldenfrei werden. Das berichtet die Rheinische Post.

 

Die Gewerbesteuernachzahlung macht fast ein Drittel des Gesamthaushalts der Stadt Neuss im laufenden Jahr aus. Wie die Rheinische Post schreibt, spülte der bislang größte Gewerbesteuerzahler aktuell „nur“ 20 Millionen Euro in die Stadtkasse.

Auch wenn die Stadt einen erheblichen Teil der 150 Millionen wieder abführen muss, rechnet Bürgermeister Reiner Breuer (SPD) laut Nachrichtenagentur dpa damit, dass ein zweistelliger Millionenbetrag bei der Stadt verbleibt. Die Summe sei hoch genug, um Neuss auf einen Schlag schuldenfrei zu machen. Sogar für die Rücklagen soll noch Geld übrig sein.

 

Zu früh freuen wollen sich die Neusser allerdings nicht. Gemeinsam mit einer Unternehmensberatung soll nun geprüft werden, ob die auf dem Konto der Stadt eingegangene Nachzahlung ordnungsgemäß ist.

 

Wie die Rheinische Post berichtet, soll es sich bei dem Unternehmen um den Pharma- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson handeln. Die Nachzahlung an die Stadt Neuss soll aus einem Zusammenschluss entstanden sein, bei dem die frühere Johnson & Johnson Group Holdings GmbH in Neuss, auf eine Konzerntochter in Österreich verschmolzen wurde. Dabei sollen stille Reserven in Milliardenhöhe gehoben worden sein, die gewerbesteuerpflichtig waren.

 

Neuss liegt am Niederrhein und hat mehr als 150.000 Einwohner.

 

a.mohl@derneuekaemmerer.de