Millionenspende für die Sanierung des Waldshuter Freibads

17.05.17 16:38

Unbekannter spendet 1 Million Euro für Freibad in Waldshut-Tiengen

Von Ariane Mohl

Eine Kleinstadt im Schwarzwald hat die Chance, eine Millionenspende zu erhalten. Im Gegenzug muss sie sich allerdings verpflichten, ein defizitäres Freibad weiter offenzuhalten. Unmoralisches Angebot oder lobenswertes bürgerschaftliches Engagement?

Ein großzügiges Angebot eines anonymen Spenders spaltet die baden-württembergische Kleinstadt Waldshut-Tiengen: Ein Unbekannter will der Kommune eine Spende in Höhe von 1 Million Euro überweisen. Im Gegenzug verlangt er, dass das Schwimmbad der 23.000-Einwohner-Kommune erhalten und weiter von den Stadtwerken betrieben wird. Das berichtet der SWR.

 

Für Oberbürgermeister Philip Frank (CDU) steht fest: Die Stadt sollte unter keinen Umständen auf das „unmoralische Angebot“ des vermeintlichen Wohltäters eingehen. Waldshut-Tiengen befinde sich in einer prekären Finanzlage und könne sich den Weiterbetrieb des Freibades schlichtweg nicht leisten. So sieht es offenbar auch die Mehrheit des Gemeinderates.

Ist die Millionenspende für das Freibad unmoralisch?

In einem Interview mit dem SWR äußerte auch Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, grundlegende Zweifel an dem unverhofften Geldgeschenk. Grundsätzlich sei es zwar gut, wenn Bürger sich auch finanziell für „ihre“ Kommunen engagieren. „Man muss allerdings auch vermeiden, dass durch Spenden, und wenn sie noch so verlockend sind, Politik in irgendeiner Weise als käuflich erscheint.“

 

Waldshut-Tiengen hat aktuell noch zwei Freibäder. Vor einigen Wochen fasste der Gemeinderat den Beschluss, aus Kostengründen eines der Bäder zu schließen. Daraufhin meldete sich der unbekannte Gönner.

 

Waldshut-Tiengen liegt unmittelbar an der Schweizer Grenze im Südwesten Baden-Württembergs.

 

a.mohl@derneuekaemmerer.de