Tarifstreit zwischen VKA und Verdi

24.03.15 15:37

Verdi fordert deutlich mehr Geld für Erzieher

Von Marc-Fabian Körner

In den Tarifverhandlungen zwischen der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) und der Gewerkschaft Verdi zeichnet sich auch nach der zweiten Verhandlungsrunde keine Einigung ab. Verdi verlangt für Mitarbeiter des kommunalen Sozialdienstes eine Aufstufung um bis zu vier Entgeltgruppen. Nach Medienberichten wäre damit ein Gehaltssprung um bis zu 21 Prozent möglich.

Bei den Tarifverhandlungen über die Eingruppierungen der Arbeiter im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst zeichnet sich auch nach der zweiten Verhandlungsrunde am Montag in Münster keine Einigung ab. Verdi fordert eine Neuregelung der Eingruppierungsvorschriften. Diese würde laut Verdi zu durchschnittlich zehn Prozent höheren Einkommen führen. Dieser Forderung hat Manfred Hoffmann, VKA-Hauptgeschäftsführer, eine Absage erteilt: „Für pauschale Erhöhungen gibt es keinen Raum, das gehört in Lohnrunden.“ Man sei jedoch bereit, „gemeinsam die Kriterien für die Eingruppierung von Kitaleitungen und Regelungen zur Stellvertretung zu überarbeiten“, so Hoffmann weiter.


Nach Berechnungen der F.A.Z. stieg das monatliche Gehalt einer „typischen Erzieherin“ seit 2009 bereits um 33 Prozent auf 3.289 Euro. Mit der von Verdi geforderten Aufstockung würde das Gehalt laut F.A.Z. in Extremfällen um weitere  21 Prozent auf knapp 4.000 Euro steigen. Den Sprung von 21 Prozent wollte Verdi gegenüber DNK nicht bestätigen, deutete aber an, dass es bei anderen betroffenen Berufsgruppen zu Anhebungen um bis zu 17 Prozent kommen könne.


Die Warnstreiks am Montag zum Auftakt der zweiten Verhandlungsrunde kritisierte Hoffmann stark: „Die Warnstreiks und Gewerkschaftsveröffentlichungen haben mit dem Verhandlungsverlauf nichts zu tun, belasten aber Kinder und Eltern sehr.“ Allein am Montag legten 13.000 Beschäftigte von Kindertagesstätten ihre Arbeit nieder. Vergangene Woche waren es sogar 20.000.


Die aktuellen Verhandlungen gelten nicht als „reguläre Tarifrunde“, da es um die generelle Eingruppierung in die verschiedenen Entgeltgruppen geht. An sechs weiteren Verhandlungstagen soll eine Einigung gefunden werden. Der nächste Termin ist für den 09. April 2015 geplant, der letzte Termin ist derzeit für 12. Mai 2015 angesetzt.


m.koerner@derneuekaemmerer.de