Arbeitskampf der Erzieher und Sozialarbeiter

26.06.15 10:30

Verhandlungen im Kita-Konflikt auf August vertagt

Von Katharina Gail

Der seit Jahresbeginn andauernde Tarifstreit der Sozialarbeiter und Erzieher findet kein Ende. Verdi lehnte einen diese Woche eingebrachten Schlichtungsvorschlag ab, die weiteren Verhandlungen hat die Gewerkschaft in den August verschoben. Auf die Kommunen dürften in jedem Fall erhebliche Mehrkosten zukommen.

Die Verhandlungen in dem seit Jahresbeginn andauernden Tarifstreit der Sozialarbeiter und Erzieher sind vertagt worden. „Die Arbeitgeber waren nicht bereit, über das Ergebnis der Schlichtung hinauszugehen“, sagte der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske in Offenbach, wo die kommunalen Arbeitgeberverbände und die Gewerkschaft am Donnerstag zusammengekommen waren.  In den kommenden fünf Wochen will Verdi nun seine Mitglieder über das weitere Vorgehen abstimmen lassen. Die Gespräche würden darauf Mitte August fortgesetzt, teilte die Gewerkschaft mit. Für die Dauer der Befragung seien die Streiks ausgesetzt.

 

Am Dienstag hatten Schlichter einen Lösungsvorschlag eingebracht. Der sieht vor, dass acht von 17 Tarifgruppen steigen. In der größten Gruppe der Erzieher im Grunddienst soll das Gehalt um durchschnittlich 3,3 Prozent steigen. Verdi hatte in dem Streit hingegen eine Anhebung der Gehälter um zehn Prozent gefordert.

 

Der Deutsche Städtetag kritisierte unterdessen die Verzögerung im Streit: „Nach dem einvernehmlichen Schlichterspruch hatten die Städte eine schnelle Einigung zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften erwartet, die Klarheit für Eltern und Kinder bringt“, sagte Dr. Stephan Articus, Hauptgeschäftsführer des Städtetags. Der Lösungsvorschlag der Schlichter würde die kommunalen Haushalte finanziell erheblich belasten und besonders die finanzschwachen Kommunen treffen. Er sei jedoch ein gerade noch vertretbarer Kompromiss, so Articus.

 

Deutschlandweite Berechnungen zu den sich aus dem nun abgelehnten Schlichtungsspruch ergebenen Mehrkosten liegen nicht vor. Die Stadt Dresden die Mehrkosten auf knapp 7 Millionen Euro jährlich beziffert. Brandenburg rechnete laut RBB für alle Kommunen mit Mehrausgaben von bis zu 11 Millionen Euro. Auch wenn derzeit vollkommen offen ist, wie ein tragbarer Kompromiss aussieht, steht fest: Günstiger wird es wohl nicht werden.

 

k.gail@derneuekaemmerer.de