Wahlschlappe in Dresden

09.06.15 13:32

CDU verliert letztes Oberbürgermeisteramt in Landeshauptstadt

Von Katharina Gail

Nach der ersten Runde der Oberbürgermeisterwahl in Dresden ist klar: Die CDU muss das Amt abgeben. Ihr Kandidat hat nach der Wahlschlappe bereits erklärt, im zweiten Wahlgang nicht mehr anzutreten.

Mit ihrer Niederlage in Dresden hat die CDU das letzte Oberbürgermeisteramt in einer deutschen Landeshauptstadt verloren. Ihr Kandidat, Sachsens Innenminister Markus Ulbig, hatte 15 Prozent der Stimmen erzielt und war damit hinter den Kandidaten der SPD und FDP zum Drittplatzierten gewählt worden. Für den zweiten Wahlgang wolle er nun nicht mehr antreten, ließ Ulbig verlauten.

 
Damit werden nun die 15 größten Städte in Deutschland mit über 400.000 Einwohnern allesamt nicht mehr von den Christdemokraten regiert. Den Titel der deutschlandweit größten Stadt mit einem CDU-Stadtoberhaupt trägt seit Sonntag mit Wuppertal mit ihrem Oberbürgermeister Peter Jung. Zuletzt hatte die CDU Anfang des Jahres in Hamburg den Oberbürgermeisterposten verloren. In Düsseldorf musste sie im vergangenen Jahr das OB-Feld räumen, in Frankfurt und Stuttgart bereits im Jahr 2012.

 
Auf dem Land ist die Partei unterdessen besser aufgestellt: Erstmals gewannen die Christdemokraten am Sonntag alle zehn der sächsischen Landkreise im ersten Wahlgang. Darüber hinaus stellen sie in zahlreichen Gemeinden des Freistaats weiterhin den Bürgermeister. Bei den Gemeinderatswahlen im vergangenen Jahr hatte die CDU rund 33 Prozent der Stimmen auf sich vereinigt, darauf folgten die Linke mit knapp 17 Prozent und die SPD mit 11 Prozent.