Manfred Abrahams im DNK-Interview

29.05.15 09:35

Zum Wechsel in die Wirtschaft: „Vervollständigung meines Berufslebens“

Nach über 35 Jahren in den Finanzverwaltungen der Städte Krefeld und Düsseldorf wechselt Stadtdirektor Manfred Abrahams (CDU) am 1. Oktober zu den Stadtwerken Düsseldorf. Was sind seine Beweggründe?

Düsseldorfs Stadtdirektor Abrahams wechselt zu den Stadtwerken.

Meike Wirsel / BILD-Zeitung

Düsseldorfs Stadtdirektor Abrahams wechselt zu den Stadtwerken.

Herr Abrahams, in der Lokalpresse liest man, dass Ihr Abgang als Kämmerer nicht ganz freiwillig war. Seit September 2014 hat Düsseldorf einen SPD-Oberbürgermeister, und auch im Stadtrat ist die SPD stärker und die CDU schwächer als zuvor. War ein CDU-Stadtkämmerer da unerwünscht?

 

Medial ist immer der Eindruck erweckt worden, dass das Ganze auch politische Hintergründe hat. Bisher sitzen auf vier der sieben Düsseldorfer Dezernentenstellen CDU-Leute. Es war zu erwarten, dass die neue politische Mehrheit ein stärkeres Gewicht auch in der Verwaltung einfordert. Trotzdem: Ich bin jetzt 56 Jahre alt, ich hätte auch noch bis zu meiner Pensionierung Stadtkämmerer sein können. Und tatsächlich ist der Beruf des Großstadtkämmerers auch wirklich sehr attraktiv. Man kann viel gestalten und gerade in Düsseldorf Dinge voranbringen.

 

Warum dann der Wechsel?

 

Wer meine Vita kennt, weiß, dass ich schon lange mit dem Wechsel in die Wirtschaft liebäugel. 2007 habe ich in Mönchengladbach Interesse bekundet, in die Entwicklungsgesellschaft zu wechseln. Auch vor fünf Jahren, als ich von Krefeld nach Düsseldorf kam, hätte ich ein attraktives Angebot aus der Wirtschaft nicht abgelehnt.

 

Sie reizt das Geld?

 

Ich werde sicher nicht leugnen, dass es schön ist, dass mein zukünftiges Gehalt über meinem jetzigen liegt. Aber ganz ehrlich: Das war nicht die wesentliche Motivation. Ich sehe den Wechsel eher als Vervollständigung meines Berufslebens und als große Herausforderung.

 

Wie muss man sich denn den Bewerbungsprozess vorstellen? Gab es eine Ausschreibung, oder sind Sie – vielleicht auch aufgrund Ihrer Aufsichtsratstätigkeit – direkt angesprochen worden?

 

Es ist völlig undenkbar, dass sich ein Stadtkämmerer öffentlich auf eine solche Position bewirbt. Wäre seine Bewerbung nicht erfolgreich, stünde er vor einem immensen Reputationsschaden. Ich bin direkt angesprochen worden. Dann habe ich zahlreiche Vorstellungsgespräche geführt: mit allen Gesellschaftern, mit der Arbeitnehmerseite und mit dem Vorstand. Das Ganze verlief recht zügig: Ende 2014 bin ich angesprochen worden, am 23. April hat mich der Aufsichtsrat gewählt.

 

Wechsel von Politikern in die Wirtschaft werden von der Öffentlichkeit oft negativ aufgenommen. Für Bundespolitiker sollen Karenzzeiten bald gesetzlich geregelt sein. Auf kommunaler Ebene gibt es keine Vorgaben zu derartigen Seitenwechseln. Trotzdem: War das bei Ihnen lokal ein Thema?

 

Nein, Sie sind die Erste, die das Thema aufbringt. Hier gab es noch nicht mal den Ansatz einer solchen Diskussion. Für mich sind die Sachverhalte auch nicht vergleichbar.

 

Das vollständinge Interview lesen Sie in der kommenden DNK-Ausgabe, die Mitte Juni erscheint.