Pakt für Digitalisierung gefordert

08.01.18 15:35

Beamtenbund: „Kleinstaaterei“ bei Digitalisierung beenden

Von Ariane Mohl

Viele Insellösungen, aber kein verbindlicher Masterplan: Um beim Ausbau des E-Governments schneller voranzukommen, fordert der Chef des Beamtenbundes einen Pakt für Digitalisierung. Dieser müsse eine seriöse Planung des personellen und finanziellen Aufwands beinhalten.

Deutschland kommt nach Einschätzung des Beamtenbundes (dbb) bei der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung zu langsam voran, weil Bund, Länder und Kommunen nicht eng genug zusammenarbeiten. dbb-Bundesvorsitzender Ulrich Silberbach machte sich in seiner Grundsatzrede bei der Jahrestagung des Verbandes für einen Pakt für Digitalisierung stark. „Derzeit hängt Deutschland im Zeitalter der digitalen Kleinstaaterei fest. Das widerspricht dem Gedanken der Vernetzung. Es gibt zwar vielversprechende regionale IT-Initiativen, aber eben keinen verbindlichen nationalen Masterplan“, sagte der Verbandschef. Nötig sei eine seriöse Planung des personellen, organisatorischen und finanziellen Aufwands der Digitalisierung auf allen föderalen Ebenen.

 

Zugleich mahnte Silberbach an, den Mitarbeitern in den Verwaltungen mehr Fortbildungen anzubieten. Die öffentliche Hand gebe für Qualifizierungsmaßnahmen nur ein bis drei Prozent des Personalbudgets aus, in der Privatwirtschaft sei es das Drei- bis Vierfache. Die Kosten für den digitalen Umbau der öffentlichen Verwaltung bezifferte Silberbach auf einen „zweistelligen Milliardenbetrag“.

 

a.mohl@derneuekaemmerer.de